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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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269
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Zehntes Kapitel.

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Rete sich so ausbrücklc:der Weg meiner Rede führt mitten durchdie von Chores verübten Thaten." Das ist eine Metapher nach derAnalogie, und dasmitten durch" macht die Sache anschaulich. Undebenso, wenn er sagt:gegen die Gefahr muß man die Gefahr zurHülfe rufen" '), so ist das eine Metapher voll Anschaulichkeit. Ebensosagte Lykolcon in seiner Vertheidigungsrede für Chabrias^):Ihremvfindet nicht einmal Scham beim Anblicke seiner Fürspre-cherin", womit er das Porträtstandbild desselben meinte^). Eswar dieß eine Metapher, die auf den eben vorliegenden Fall paßte,aber nicht für alle Fälle anwendbar ist, sondern nur vor einem Publi-kum, dem das Standbild vor Augen war. Denn nur wenn der, denes darftellt, sich in Gefahr einer Verurtheilung befindet, kann man

Mitfeldherren wnren von dem niederträchtigen ShorcS nm das Jahr ZL7 derverrätherischen Führung ihres Kommando'S über die Flotte i», Hellespvnte an-geklagt worden, weil sie nicht, wie ChareS verlangte, bei heftigem Sturme eineSchlacht hatten wagen wollen. (S. den Artikel JphikrareS in Paully'6 Neal-encycl. IV, p. 257.) Vgl. zu I, Kap. 7, §. 32 und zu H, 23, h. 6.

Die Ausleger sahen nicht, daß auch dieß Kernworr dem Jphikrates ge-hört, das die Geistesgegenwart und Unerschrockenheit dieses tapfern Feldherrn,der wie Percyaus der Nessel Gefahr die Blume Sicherheit pflücken" heißt,so trefflich charakterisirt. Aristoteles erlebte alle diese Dinge selbst in Athenund seine Vorliebe für den braven JvhikrateS, dessen Kern- und Schlagworteer mit besonderer Vorliebe anführt (S. I, 7, §. 32. 9, §. 31. Il, 23, § 6,§. 7, §. 8, §. 17. NI, l5, §. 2) ist eben so bezeichnend für den Charakterdes Philosophen, als ehrenvoll für den trefflichen KriegSmanu.

2) S- zu Nhet. I. Kap. 7, §. 3. und F. A. Wolf zu Demosth. Leptinenp. 308.

2) CS stand zu Athen auf der Agora, wie Cornel. NcpoS erzählt, undzwar war es ein ironisches, das ihn in der von ihm erfundenen Hopliten-stellung, den Schild gegen das gegen die Erde gestemmte Knie gedrückt, mitvorgestreckter Lanze darstellte. (S. Torso von Ad. Stahr I, 482 und 498.Lesstng, 253254, Lachm.) Daß er mit einem Knie gegen den Boden ge-stemmt dargestellt war, sehen wir aus dieser Stelle des Aristoteles, und Heynehatte also Nccht gegen Lessing <XUI, 152, Lachm-)- Doch kannten beide dieseStelle nicht, die allen Vermuthungen ein Ende macht, da die Pointe in demmetaphorischen Sckilagwortc des Lykoleon eben darauf berühre, daß das Ebren-standbild des ChabriaS der Stellung nach einem Schuhflehenden glich. Die Ge-richtsverhandlung, in welcher Lykoleon sprach, ward auf dem alten Markte ge-halten, und so stand also das Monument den Zuhörernvor Augen". S.auch Fvrchhammer'S Topographie von Athen (l84i) S. 37 ff.