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er den Hörern zugleich eine neue Vorstellung und eine Erkcnntnißdurch den Gattungsbegriff, unter den beide Ausdrücke fallen; dennbeide bezeichnen etwas, das abgeblüht hat.
3. Dieselbe Wirkung machen nun allerdings auch bei den Dich-tern ihre Bilder, und wenn solch ein Bild treffend gewählt ist, soerscheint es geistreich. DaS Bild ist nämlich, wie früher bemerkt wor-den '), ein metaphorischer Ausdruck, der sich von der Metapher nurdurch Beifügung des eigentlichen unterscheidet; allein eben darum istes zugleich minder erfreulich, weil es weitläuftiger ist und nicht sagt:Dieß und dieß ist das und das -), und weil also die Seele des Hö-rers das Verglichene nicht erst zu suchen »öthig hat.
4. Nothwendig werden also alle diejenigen Redewendungen undEnthymeme geistreich sein, welche mit überraschender Schnelligkeitin uns eine neue Vorstellung erzeugen. Daher gefallen ebenso wenigEnthymeme, welche trivial sind, — trivial nenne ich solche, die Jeder-mann eiuleuchten, und bei denen gar kein Nachdenken nöthig ist, —als solche, welche, nachdem sie ausgesprochen worden sind, noch eineWeile unverstanden bleiben; sondern nur solche, deren Nerständnißdem Hörer, wenn er es auch früher nicht besaß, entweder sofort imMomente des Aussprcchcns aufgeht, oder deren Sinn ikm doch imunmittelbar nächsten Augenblicke klar wird. Denn auf diese Art hatder Hörer immer das Vergnügen einer gewissen Bereicherung seinerEinsicht, in jenen beiden ersten Fällen aber niemals.
5. Wir haben somit gesehn, welcherlei Art von Enthvmcmenin Betreff des Sinnes und Gedankeninhalts gefallen. Was
— tüchtig und kraftvoll
War ich im Kampf; nun ist daS Alles dahin langst,
Doch wird, was ich gewesen, dir nvck an der Stoppel erkennbarSein —
*1 S. NI,et. IN. Kap. 4, §. l.
2, Sondern: dieß und dieß ist wie das und das. „Indem den verschie-denen Seiten des Verglichenen die entsprechenden Momente des Bildes gegen-über gestellt werden, wird die Aufmerksamkeit des Hörers von dem Hauptgegen-stande abgelenkt. Dagegen verwandelt der metaphorische Ausdruck daöVerglichene unmittelbar in das sinnliche Bild und sagt: „dieß ist jenes", in-dem die eigentliche Bedeutung aus dem Zusammenhänge, m welchem daS Bildgebraucht wird, sich von selbst ergibt, ohne daß sie noch lange gesucht ;u wer-den braucht." Biese.