Zehntes K.ipile:-
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Es gibt jedoch auch falsche Antithesen, wie z. B. in dem Versedes Epicharmos
Oft in jener Hanse war ich, oft jedoch auch mit jenen ich.
Zehntes Kapitel.
Nachdem nun über diesen Gegenstand hinreichend gehandelt wor-den ist, haben wir jetzt zu erörtern, wie der Redner cs anzufangenhat, um seiner Diktion die nöthigcn geistreichen Wendungen und ge-fallenden Bonmots zu verschaffen. Schöpferisches Erfinden von der-gleichen freilich ist und bleibt Sache des angcbornen Talents, oderder durch Uebung erlangten Gewandtheit; zu zeigen dagegen, wieman cs zu machen hat, ist Aufgabe dieses unseres rhetorischen Kur-sus. Und so wollen wir denn immerhin auch davon handeln, unddie verschiedenen Mittel und Wege sammt und sonders aufzählen, undzwar soll die Betrachtung, von der wir ausgehen wollen, folgendesein 2):
2. Sein Wissen auf leichte Art zu erweitern, macht von Naturallen Menschen Vergnügen. Nun sind aber die Worte Bezeichnungenvon Gegenständen und folglich sind alle diejenigen Worte, welche unserWissen erweitern, uns die angenehmsten. Ungangbare Ausdrückesind uns nur unverständlich, während die gemeinüblichen uns dagegenbereits bekannt und verständlich sind, und so ist eS denn der metapho-rische Ausdruck, welcher vorzugsweise jenes Angenehme hervorbringt.Denn als z. B. der Dichter das Alter eine „Stoppel" nannte^), gab
') Vgl. zu I, K-IV. 7, §. ZT.
2, Die Art und Weise, wie hier der alte Denker, der diesen ganzen Nhe-tvrikknrsuS überhaupt vielfach humoristisch behandelt, sich entschuldigt, daß er,da er stch einmal auf Vorlesungen über Rhetorik eingelassen, nun auch noth-gedrungcn Anweisung „zum Geistrcichsein" geben müsse, ist von so liebenswür-diger Komik und Selbstironie, daß wir auch hier den heitern Humor der Ju-gend erkennen. Denn Aristoteles stand im Anfänge der Dreißig, als er dieseVorträge hielt.
5) Fremdwort „Glossen". S. oben.
dz Wie bei Homer (Odyssee XIV, 214) Odysseus sein von der Göttinverwandeltes greisenhaftes Aussehen nennt in den Versen:
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