Neuntes Kupirel.
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7. Daß also der sprachliche Ausdruck rhythmisch wohl geordnetund nicht ohne allen Rhythmus sein darf, und welche Rhythmen jenewohlgeordnete Bewegung hervorbringen, und wie beschaffen sie seinmüssen, um dies zu bewirken, ist hiemit gezeigt.
Neuntes Kapitel.
Die sprachliche Darstellung ist nothwendig entweder eine äu-ßerlich fortlaufende und durch bloße Conjunction zu einer Ein-heit verbundene, wie die dithyrambischen Anabolen"), oder sie ist eineperiodisch in sich abgerundete und de» strophischen und antistrophischenGesängen der alten Dichter ähnliche.
2. Die äußerlich fortlaufende ist die alte Darstellungsweise, inder es z. B. heißt: „Dieß ist die Geschichtserzählung des ThuriersHerodotos" u. s. w. 2). Dieser Darstellungsweisen bedienten sich infrüheren Zeiten alle Schriftsteller, während sie jetzt nur noch wenigeauwenden. Aeußerlich fortlaufend nenne ich eine sprachlicheDarstellung, welche in sich selbst keinen Endabschluß hat, wenn nichtdie Sache, von der die Rede ist. vollständig abgethan ist. Sie ist un-erfreulich wegen dieser Endlosigkeit, denn cs liegt in der menschlichenNatur, daß Jedermann gern sein Ziel vor sich zu sehen wünscht. Dasist ja eben auch der Grund, weßhalb erst an den Wendesäulen der
daß sich die Periodenschlüsse auch ohne alle Interpunktionszeichen deutlich be-merkbar machen. Die „Kolumnen! in je" (y welche hier aus-
drücklich von den Interpunktionszeichen, die der Abschreiber setzt, unterschiedenwird» war die senkrecht gezogene Linie, welche die eine Kolumne der Seite vonder andern trennte. SS scheint also nach dieser Aristotelischen Stelle Sitteeiniger Abschreiber gewesen zu sein, diese Linie zugleich, wenn die Zeile denAbschluß einer Periode bildete, als Abschlngzeichen (als Punktum) zu benützen.
1) Anabolen sind die laugen dithyrambischen EinleitungS-
gesünge. Vgl. Ulrici Geschichte der Hellen. Poesie. II, S. 5S2. Man denkean die oft langathmigeu „Gesätze" der Meistersänge».
2) Aristoteles meint hier die gesammte DarstelsungSwcise HerodotS über-haupt. Wir mögen an den Styl unserer lutherischen Bibel denken. — Inunserem heutigen Texte HerodotS heißt der Ansang: dieß ist die GeschichtS-erzählung des HerodotoS von H a li ka r n a ss os.
5» Die Wendcsäulen , lateinisch nietae oder llexua, waren