256
Drilles Buch.
lassen, theils wegen der angegebenen Gründe, theils weil sie ihrerNatnr nach zur metrischen Gliederung führen. Dagegen hat er denPäan anzuwenden; denn unter alle» den vorgenannten Rhythmen istdieß der einzige, aus dem allein und für sich gebraucht kein VcrSgebildet wird'), so daß also seine Anwendung in der Prosa sich nichtauffällig bemerkbar macht. Gegenwärtig gebraucht man nun allerdingsnur eine Art des Päan und zwar am Anfänge (der Perioden); An-fang und Schluß aber sollen doch verschieden sein. — 6. Nun gibtes aber zwei einander entgegengesetzte Formen des Päan, von denendie eine gut für den Anfang paßt, wo man sie denn auch eben gegen-wärtig anwendet; es ist dieß der Päan, wo die lange Sylbe vorden drei kurzen steht (-^^), wie z. B. in den Worten:
DeloS die gebar dich der du Lykien —
und in:
Goldenes GelockS Hekate, Kind des ZcnS —
Eine zweite Form dagegen ist diejenige, wo die drei kurzen Sylbenvorangehen und die lange den Schluß bildet (^>-), wie z. B.:
Und es verhüllte so das Land wie auch den Strom dazu das Meer Nacht! 2)
Diese Päanform gibt einen vollen Schluß, denn eine Kürze am Endemacht, weil sie eben selbst unvollständig ist, nur einen verstümmelten.Es muß also mit einer Länge abgebrochen werden, und der Schlußmuß nicht durch den Abschreiber und nicht durch die Kolumnenlinie,sondern durch den Rhythmus sich deutlich Herausstellen ^).
r- Vgl. Oie. Orator. Kap. 64, §. 218.
2) Woher diese beiden Gedichtanfänge und der letzte SchlußverS genom-men sind, weiß man nicht.
5) Soviel ich weiß, ist dieß die einzige Stelle, aus welcher wir erfahren,daß eö schon zu Aristoteles' Zeiten Sache dcS Abschreibers war, durch Inter-punktionszeichen die Abschnitte der Nede zu bezeichnen. Denn Aristoteles spottethier über die, welche glauben, daß der intcrpungircndc Abschreiber im Standesei, einem Satze einen Schluß zu geben, der keine» richtigen rhinhmischenSchluß in sich hat, und er fordert, daß ein guter Styl so beschaffen sein muffe,