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Drittes Buä>.
griff des Antimachos'), in der Darstellung von dem anszugehn,was ein Ding nicht hat, wie er das bei Gelegenheit seiner Schilde-rung des Teumeffos 2) thut, von dem er singt:
„Dort ist von Winden umweht ein niedriger Hügel —"denn auf diese Weise läßt sich ein Stoff in's Unendliche ausspinncn.Diese Manier nämlich, zu sagen, wie eine Sache nicht sei, läßt sichsowohl für die guten, als für die schlimmen Seiten brauchen, je nach-dem es uns paßt. Eben daher entnehmen die Dichter auch ihre Be-zeichnungen, wie die bekannten „das satten lose", oder das „leier-lose Lied", Beiwörter, welche sie mittelst der Verneinung bilden.Denn solche Bezeichnungen gefallen, wen» sie in Metaphern, die aufder Analogie beruhen, angewendet werden, z. B. wenn man von derTrompetensanfare 3) sagt, sie sei „ein leicrloscs Lied".
Siebentes Kapitel.
Angemessenheit wird der sprachliche Ausdruck dann haben,wenn er affcktvoll, individuell charakteristisch und dem jedesmaligenGegenstände entsprechend ist.
2. Entsprechend ist er, wenn auf der einen Seite von gc-wichtvoll erhabenen Dingen nicht in hausbackenem, und andererseitsvon geringfügigen nicht in feierlichem Style gesprochen, oder ein ge-ringfügiges Wort nicht mit einem prunkenden Beiworte versehen wird.Wird dicß nicht beobachtet, so erscheint es komisch, wie das z. B. demKleophon^) passirt, der zuweilen Wendungen zu brauchen pflegte,
Griechischer Dichter des fünften Jahrhunderts, berühmt durch sein epi-sches Gedicht, die „ThebaiS". S- Ulrici a. a. O. I, S. 512 ff. Sein Werkwar so beliebt und bekannt, daß Aristoteles nur die ersten Worte der betref-fenden Stelle anzuführen brauchte.
2) Name eines unbedeutenden Berges in Böoticn.
6) Arist. sagt: „von der Trompete". ES sind aber die Trompetcnstgnalc,Märsche u. dgl. gemeint.
^1 lieber Kleophon s. zu Arist. Poetik Kap. ll, g. 4. Wie cS scheint,war dieser tragische Dichter, von dem SuidaS zehn Stücke aufzähll. ein ältererZeitgenosse des Aristoteles, der seiner mehrmals <z. B. 8opl,l.,t. kUencli. Kap, 15.Poetik Kap. 22, §. !>, aber meist tadelnd gedenkt.