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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Fünftes Kapitel.

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wie Einer beim Paar- und Unpaarspielen eher das Richtige trifft,wenn erPaar" oderUnpaar" sagt, als wenn er zu rathen hat,wie viel Stücke der Andere in der Hand hatund ebenso eher, wenner sagt, daß etwas überhaupt in Zukunft geschehen wird, als wenn erangebcn wollte, wann? Daher denn auch die Orakelsprecher sich aufeine solche Bestimmung des wann? nicht einlaffen. Alle dieseAusdruckswcisen sind also eine wie die andre, und man muß sie deß-halb, falls man dabei nicht die oben angegebene Absicht hat, durch-aus vermeiden.

5. Ein viertes Erforderniß endlich betrifft die von Protagorasgemachte Unterscheidung der Wörter nach ihrem Geschlechts in männ-liche, weibliche und sächliche, denn auch diese gilt es richtig zu bezeich-nen und z. B. zu sagen:Sie, die Angckommen e und gesprochenhabende, ging weg" 2).

6. Ein fünftes besteht in der richtigen Bezeichnung der Vielheit,Wenigkeit 3) und Einzahl, z. B.: Sie kamen und schlugen mich.Eine Generalregcl aber ist die, daß sich das Geschriebene leicht vor-lesen und leicht vortragen lasse, was Beides auf Eins hinausläuft;und grade diese Eigenschaft haben die durch vielfache Verbindungs-wörter zu einem Ganzen verbundenen Säße nichts so wenig, wiedie, deren Interpunktion Schwierigkeiten macht, wie die des Hera-kleitos 5). Denn des Herakleitos Säße zu intcrpungiren, ist eine

H Dicß Hasardspiel, bei dem cs darauf ankommt, entweder zu rathe»,wieviel Stücke der Andere in der Hand hat, oder ob die Summe derselbeneine grade oder ungrade Zahl macht, erwähnt auch Platon im Lysis p. 20 7.Bei den Römern hieß cSpar lmpar lullere." S. Sueton. Leben dcö An«guftns Kap. 71 und dort meine Anmerkung S. 130 d. Uebcrs.

Diese Stelle ist wichtig für die älteste Geschichte der griechischen Gram-matik, um welche der berühmte Sophist Protagoras große Verdienste hatte.Vgl. Platons PhädrnS x. 287 c. und dort die Ausleger. Wie jung dieSprachwissenschaft damals noch war, geht aus der Ausführlichkeit hervor, mitder hier Aristoteles vor einem Znhörerpublikum von Jünglingen und MännernDinge behandelt, die jetzt in de» Elementarunterricht unserer Schulen fallen!

6z ES ist die Form des griechischen Dualis gemeint.

Aristoteles hätte sich hier sehr gut selbst eitircn können, denn garmanche seiner Sähe, zumal wo er rekapitulirt, sind Beispiele des hier gerügtenFehlers. Vgl. II, 25, §. S, Anmerk. S und II, >8, §. l2.

5) Das richtige Verständniß dieser Stelle verdanken wir dem trefflichen

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