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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Drills Buch.

lung"; nicht: die Gesetze, sondernder Staaten Könige, dieGesetze" "); nicht: in Eile, sondernin der Seele eilendemSturme"; nicht: Musenheiligthum, sonderndas Musenheiligthumdes Geistes". So spricht er von derfinstcrblickenden Sorgeder Seele" und sagt nicht: der Anmuth, sondernder allesfes-selnden Anmuth Schöpfer"; so spricht er von einemSchaffnerder Hörerlust"; so sagt er nicht: er verbarg sich unter Zweige, son-dernunter des WaldesZwcigen"; nicht: den Leib bedeckte er, son-derndes Leibes Scham", und spricht er vonder Seelenbegierde,der Vorgauklerin" (welches letztere Epitheton zugleich ein zusam-mengesetztes und ein Beiwort ist, so daß es zu einem rein poetischenAusdruck wird), und ebenso von einemausbündigen Ucbermaßder Schlechtigkeit."

Durch solche Poetische Ausdrucksweise bringt man also zu derUnangemessenheit noch das Lächerliche und Frostige binzn und wirddaneben aus Schwatzhaftigkeit unklar. Denn wenn man in Einen,der uns schon versteht, noch immer mit neuen Worten hincinredct, sozerstört man die Deutlichkeit durch solchen verdunkelnden Wortschwall. Die Menschen bedienen sich aber im gewöhnlichen Leben der zu-sammengesetzten Worte in solchen Fällen, wo für das, was man aus-drncken will, kein einfaches Wort vorhanden ist, und wo die Zusam-mensetzung sich leicht und gut macht, wie in dem WorteZeitverderb."Häuft man aber solche Zusammensetzungen, so gibt das der Rede einevöllig poetische Färbung. Sehr brauchbar sind dieselben daber fürdie Dithyrambendichtcr, weil diese das Volltönende lieben; die Fremd-wörter 2) (Glossen) dagegen für die epischen Dichter, denn sie gebender Sprache etwas Feierliches und Kühnes; die Metaphern endlicheignen sich für das Jambische Maß, dessen sich die Dichter jetzt, wieoben bemerkt ^>, bedienen.

4. Noch eine vierte Art des Frostigen endlich liegt in den Me-taphern. Denn auch Metaphern sind zuweilen unangemessen, theils

*) Denselben Ausdruck läßt Platon in seinem Gastmahl (x. 196 e.) auchden Aagathon gebrauchen.

2) Aristoteles versteht darunter immer die der Svrache deö Lebens undder Prosa fremden, ungangbaren, archaistischen rc. Ausdrücke.

2) S. oben S. 232 im ersten Kap. dieses Buchs §. 9.