Viertes Kapitel.
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weil fie lächerlich find — (weßhalb ja auch die Komiker sich häufigder Metapher bedienen) — theils weil sie etwas allzu Feierlichesund Tragisches haben, theils endlich weil sie allzu weit hergeholt unddeßhalb undeutlich sind. So z. B. wenn Gorgias sagt: „grün undsaftstrotzend standen die Sachen, du aber hast deine Saat schmählichgesäet und darum übel geerntet." Denn das ist allzusehr poetisch.Ebenso fehlerhaft nennt Alkidamas die Philosophie „das Bollwerkder Gesetze" und die Odyssee „des menschlichen Lebens schönen Spie-gel", und: „er brachte kein solches Kinderspielzeug') in seine Poesie."Me diese Ausdrücke machen nämlich aus den oben angeführten Grün-den den Zubörer stutzig.
Wenn aber Gorgias einmal die Schwalbe, die ihn, als sie ihmüber den Kopf hinflog, mit ihrem Unrath beschmutzte, mit den Versenanredet: „Das ist doch schmählich, o Philomcle", so würde sich dasals Ausruf in einer Tragödie trefflich machen, denn wenn sie esals Vogel thut, so liegt darin nichts Schmähliches, wohl aber für sieals frühere Jungfrau. Sein scheltender Ausdruck war also gut inBezug auf das, was sie einst war, aber nicht in Rücksicht auf das,was sie jetzt ist
Viertes Kapitel.
Auch das Gleichniß ist eine metaphorische Ausdrucksweise,denn der Unterschied zwischen Gleichniß und Metapher ist nur gering.Heißt es z. B. vom Achilleus: „wie ein Löwe sprang er auf ihn ein",so ist cs ein Gleichniß; sagt man aber: „ein Löwe sprang auf ihn
u sind „Kinderspielzenge", deren schon Homer Odyssee XVIII,
322 gedenke.
2) S. §. Z dieses Kapitels.
0) Zum Vcrständniß dieses KathcderwiheS, mit welchem Aristoteles diesesKapitel „über das Frostige der Dictivn" beschließt, muß man wissen, daß nachder ältesten Sage nicht Proknc, sondern Philomele in eine Schwalbe,und jene in eine Nachtigall verwandelt wurde. lS. Ovid. Mctamorpy. VI,42Z ff.> Die römische Dichtkunst erst kehrte es um, und so ist seht die Nach-tigall im unbestrittenen Besitze des Namens Philomele.