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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
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Zweites Kapitel.

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seiner Bedeutung, und ebenso die Häßlichkeit. Es kommt aber nochein Drittes in Betracht, wodurch die bekannte sophistische Behauptungentkräftet wird. Es ist nämlich nicht wahr, was Bryson ') behaup-tet: kein Mensch drücke sich häßlich aus, wenn er, sofern der Sinnderselbe bleibe, d e n und d e n Ausdruck brauche. Denn das ist falsch !Denn allerdings ist ein Ausdruck gemcinüblichcr, und in höheremGrade der Sache angenähert und bezeichnender, als der andere, weiler die Sache, um die es sich handelt, mehr veranschaulicht. Dazukommt, daß der eine und der andere Ausdruck dieselbe Sache nicht ingleicher Beziehung bezeichnen, so daß also auch in dieser Hinsicht dereine für schöner und häßlicher gelten muß, als der andere. Beidenämlich bezeichnen allerdings ein bestimmtes Schönes und Häßliches,aber der eine nicht von der schönen, der andere nicht von der häß-lichen Seite; oder wenn auch beide hierin gleich verfahren, so thut esdoch der eine mehr, der andere minder.

Die Metaphern hat man also von solchen Bezeichnungen zu ent-nehmen, die schön sind entweder dem Klange und der Bedeutung nach,oder durch den Eindruck, den sie aus das Auge oder auf einen andernSinn machen, und es ist ein Unterschied, ob man z. B. lieber sagt:die rosenfingerige Eos", oderdie purpurfingerige," oder nochschlechter:die rothfingcrige" ^).

14. Auch im Betreff von den Beiwörtern (Epitheta) ist esebensowohl möglich, dieselben von dem Schlechten und Häßlichen zubilden, wie z. B. das Epithetonder Muttcrmördcr"^), als es möglich

Sophisten GorgiaS, von Aristoteles <iuch unten Kap. 12 u. 13 erwähnt.S. Spenge! a. a. O. p. 88 ff. und Krüger zu vionvs. Halicarn. Oommentnt.p. 287. 5. krinutercr proeopo^r. I'lat. p. IOZ.

*) Weß Geistes Kind dieser Sophist aus Herakleia, Sohn des berühmtenHerodotoS, gewesen, sehen wir aus seiner Abfertigung durch Aristoteles, derihn an anderen Stellen tLIeneli. Sopli. XI, 3. ^nal^t. pont. I, 9 §. l) alsErfinder der Quadratur des Cirkeis erwähnt. Vgl. Buhle zum Arift. Bd. II,p. 687 ff.

2) ungleich feiner behandelte diesen Gegenstand Sophokles in seinem Ge-spräch mit einem gelehrten Pedanten und Kritiker bei ä-tllenaeus XIII,p. 6V3 f. 604.

6) Anspielung auf Euripides' Orestes V. I6V31604, wo Menelausin der berühmten Zankscene zum Orestes sagt:

Du, Muttermörder, häufest blut'gen Mord auf Mord!