Zweites Kapitel.
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Greise, wenn dem Jünglinge ein Purpurklcid paßt? denn es paßtihm doch nicht dasselbe Gewand.
10. Will man etwas schmückend hervorhebcu, so muß man dieMetapher von den edleren Gegenständen, die unter denselben Gat-tungsbegriff fallen, entnehmen; will man dagegen etwas tadeln, vonden geringeren. Ich verstehe darunter Folgendes: wenn man z. B.,da beide entgegengesetzte Bezeichnungen unter denselben Gattungs-begriff fallen, von dem Bettelnden sagt, er bitte, und von dem Bit-tenden, er bettle, weil beides Ausdrücke des Begehrens sind, soheißt dieß das Obengesetzte thun. So verfuhr Jphikrates gegen Kal-lias, als er denselben einen Bettclpriester, aber nicht einenFackelpriester hieß, worauf Kallias erwiderte: man sehe, daß erein Uneingeweihter sei, denn sonst würde er ihn (den Kallias)nicht einen Bettclpriester, sondern einen Fackelpriester nennen. Beidesind nämlich Diener der Gottheit, nur ist das Amt des einen einehrenvolles, das andere ein nicht ehrenvolles'). Ebenso nennt auchmancher die Schauspieler „Dionysosschmarotzer," während sieselbst sich DionysoS-Künstler nennen. Beide Bezeichnungen sindmetaphorische, nur ist die eine ein Schimpfname, die andere das Ge-gentheil. Ebenso nennen sich die Seeräuber heutzutage Zolleinneh-mer 2). Darum kann man auch von Einem, der ein Verbrechen be-gangen hat, sagen, er habe sich verfehlt, und von Dem, der einenFehler beging, er habe ein Verbrechen begangen, und von dem Diebeebenso, er habe genommen und er habe geraubt. Dagegen wie derEuripideische Telcphos zu sagen:
Nlidcr beherrschen und bei Mysten an'S Land —
ist unangemessen, denn der Ausdruck „beherrschen" ist viel zu erhabenfür die Sache, und der Zuhörer merkt also die Absicht ^).
Das Amt des FackelpriestcrS (DaduchoS) bei den Eleustnischen Myste-rien war das im Range nächste nach dem des Hierophanten <s. Preller indem Artikel kNemuaia in Paully'S Nealenycl. III, S. so ff.) — lieber diefolgende Bezeichnung der Schauspieler als Oionystsche Künstler s. Paully'SNealencycl. Ill, p. 1403. Bgl. Arist. Problem. XXX, jj. l o.
2) S. Schneider zu Arist. Politik I, Kap. 4, §. 8.
Denselben schwülstige» Ausdruck hat auch AkschyloS gebraucht in seine»„Persern" B. 878.