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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Drittes Buch.

mal auftritt, dieselbe Wirkung Hervorbringen, wie die Schauspiel-kunst. 7. Einen schwachen Versuch, sie zu behandeln, haben bereitsEinige gemacht, wie z. B. Thraspmachos in seinen Mitleiderweckun-gen" '). Auch ist die Gabe lebhaften BortragS Naturanlage undweniger Sache künstlerischer Anleitung, während dagegen die Lehrevom sprachlichen Ausdrucke Gegenstand einer solche» ist. Daher wirddenen, welche in dem letzter» sind, ebenso gut hin und wieder derPreis zu Theil, wie den Rednern, welche Virtuose» des Vertragssind, denn die geschriebenen Reden haben ihre Stärke mehr imStyl, als in dem Gedankengehalt.

8. Die erste Anregung dazu haben nun, wie es in der Naturder Sache lag, die Dichter gegeben. Die Worte sind nämlich Nach-bildungen. Dazu kam noch der Umstand, daß ihnen die Stimme zuGebote stand, welche von allen Theilen unseres Körpers am meistenzur Nachahmung befähigt ist. Deßhalb entstanden denn auch gleichmit der Poesie die Hülsskünste der Rhapsodik und der Schauspiel-kunst, und was sonst dahin gehört. 9. Da man nun der Ansichtwar, daß die Dichter, die doch nur von unbedeutenden Dingen rede-ten, ihre Erfolge durch den sprachlichen Ausdruck gewännen, so wurdeder sprachliche Ausdruck zuerst ein poetischer, wie z. B. der des

*) ThrasymachoS aus Chalkedon um 4 26 in Athen lebend, ist aus Platonals Nhctoriker und Styllehrer bekannt (s. Prinsterer I^rocopo^r. ?Irrton.p. 107li l). Unter seinen zahlreichen rhetorischen Schriften (über welcheW. Teuffel in Paully's Nealencycl. VI, 2 S. 1903 ff. nachznsehen isl) befan-den sich auch die hier erwähntenMitleiderregungen" (tAest), d. h. wie wiraus Platon lernen (l'Imedrus p. 267 e.): Anweisungen, wie man Alter, Ar-muth Kinderverlust und dergleichen auf eine die Zuhörer rührende und zumMitleid stimmende Weise behandeln könne. Hierin war er, wie Platon sichausdrückt, vorzugsweise stark, sowie überhaupt im Auf- und Abwiegeln H^rLeidenschaften: des Zorns u. s. f.

2) Dergleichen Lysias und JsokrateS verfaßten.

5) Nämlichzur kunstvollen Gestaltung dcS sprachlichen Ausdrucks (der Diktion). Im Folgenden handelt es sich um den ästhetischen Begriffder Nachahmung (Mimesis) bei Aristoteles, worüber ich zur Uebersetzung derPoetik, S. 1527 gehandelt habe. Vgl. Biese I, S. 94.

Man denke hinzu: der prosaische. Ueber die Sache selbst vgl.Lpvngel: ^rtium script. p. 69 und Heigl über Sophokles' AntigoneS. 201 . lieber GorgiaS' Manier der Sprachbchandlung s. k'oss de (-orZmLoontino p. 52 ff.