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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Erstes Kapitel.

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die Schauspieler mehr gelten, als die Dichter, so findet auch in denPolitischen Wettkämpfen, durch die Schuld des verderbten öffentlichenGeistes, dasselbe statt

5. Indessen fehlt es bisher noch immer an einer systematischenBehandlung dieser Dinge, wie ja auch selbst die Lehre vom sprach-lichen Ausdruck erst spät auftrat; und bei Licht betrachtet erscheint dieSacke auch als etwas Niedriges ^). Da jedoch die ganze Disciplinder Rhetorik sich auf dem Gebiete der populären Vorstellung und desScheins bewegt, so haben wir uns um diese Motive zu bekümmern,nicht weil cs damit ist, wie es sein sollte, sondern weil sic nothwcndigzur Sache gehört. Das Recht nämlich würde bloß fordern, daß derRedner mit seiner Rede weder den Geschmack verletze, noch demselbenschmeichle, denn das Recht verlangt, daß nur Sache gegen Sachestreite, und darnach ist alles Andere, was über die Beweisführunghinausgcht, überflüssig; allein trotzdem ist es in der Wirklichkeit, wiegesagt, von großem Einflüsse, wegen der Verderbtheit des Hörer-publikums.

6. Die Berücksichtigung des sprachlichen Ausdrucks hat wenig-stens doch noch einen gewissen, wenn auch geringen Grad von Noth-wendigkeit in jeder Disciplin, denn es macht einen Unterschied fürdie Darlegung einer Sache, ob man sie so oder so ausdrückt, wennauch der Unterschied nicht so groß ist, wie bei der Beredsamkeit, inwelcher vielmehr alle diese Bestimmungen über den sprachlichen Aus-druck sich aus dem Gebiete des Scheins bewegen und auf den Zuhörerberechnet sind, weßhalb denn auch kein Mensch so^) Geometrie lehrt.Allein jene Kunst und Theorie (des Vortrags) wird, sobald sie ein-

r> Ein wichtiges und von der Geschichtschreibung zu beherzigendes Zcugnißsür den dnnuils herrschenden öffentlichen Geist, in welchem der ästhetischeGenuß, das Wohlgefallen der Zuhörer an der Kunst deö Vortrags, übereen Inhalt dessen, was ein Anderer sagte, davon zu tragen pflegte. Darumbezeichnet Aristoteles den öffentlichen Geist der hellenischen Staaten allgemeinldieß liegt in dem Pluralis als einen gesunkenen und verderbten.

2) Eines ernstest Philosophen Unwürdiges.

6)So", d. h. mit Anwendung aller Zierlichkeiten und Wirksamkeiteneines gewählten sprachlichen Ausdrucks, der dem Zuhörer gefallen, ilm überredenund für und wider etwas einnehmen will, sondern mit voller Sachlichkeit.

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