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Drittes Buch.
die gehörige Weise zu sagen verstehn, und es trägt dies schonviel dazu bei, daß die Rede den beabsichtigten Eindruck bcrvorbringe.
3. Das Erste, was man der Natur der Sache nach zum Gegen-stände der Untersuchung machte, war das naturgemäß Erste, die Frage:durch welche Mittel werden die Dinge selbst glaublich? die zweiteAufgabe war, diese Mittel durch den sprachlichen Ausdruck darzu-stellen. Das dritte aber, was sich zu diesen beiden gesellt, und was,obschon es von der höchsten Bedeutung ist, dennoch bisher noch nichtzu behandeln versucht worden ist. ist die Lehre vom mündlichenVortrage '). Ist doch selbst zur dramatischen Schauspielkunst undzur Nhapsodik dieser Thcil erst spät hinzugckommen, denn zu Anfangspielten die Dichter ihre Tragödien selbst. Es ist indes, klar, daßdiese Lehre ebensowohl zur Rhetorik gehört, als zur Poetik, für welcheletztere dieselbe unter vielen andern auch Glaukon von Teos^) be-handelt hat.
4. Die Lehre vom Vortrage hat es nun zunächst mit derStimme zu thun und Anweisung zu geben: wie man sich derselbenzur Darstellung jedes einzelnen Affekts zu bedienen habe, z. B. wannman mit erhobener, wann man mit gedämpfter Stimme und wannmit mittlerer Stimmstärke sprechen müsse; ferner, wie man die ver-schiedenen Stimmlagen (roi-or), will sagen die hohe, tiefe und mitt-lere und welche Zeitmaße (Rhythmen) man bei jeder Stimmung an-zuwendcn habe. Drei Dinge sind cs nämlich, welche die Verfasserder Lehre vom Vortrage in Betrachtung ziehen; diese sind: Stärke,Tonhöhe (Harmonie) und Zeitmaß (Rhythmus) ^). Jedenfalls gibtdie Virtuosität in diesen Stücken bei den öffentlichen Kunstwcttstreitenin der Regel den Ausschlag, und gleichwie dort §) in unfern Tagen
1) Vortrag des Redners mit Einschluß der Aktion ist imGriechischen dasselbe Wort (nTrox^tarx), was die theatralische Darstellung desSchauspieles bedeutet. Vgl. Poetik d. Arist. Kap. XIX, u. Quiutilian XI, 3.
2) Arist. Poetik Kap. XXV, §. >6 erwähnt einen Kritiker Glaukon. dochohne den Zusatz der „Trier", und ein solcher kommt auch bei Platon im Ionvor. Wir wissen von ihm nichts Weiteres, als was hier Aristoteles von ihmsagt, der ihn als den jüngsten der Schriftsteller über poetische Nccitation mitNamen anzuführen scheint.
Dgl. Cicero ge Oratoro III, Kap. 57.
Bei den poetischen Kunstauödrnckcn auf der Bühne.