findende in höherem Grade für sich hat. 11. Dies kann der Einwurfaber auf zweierlei Art in höherem Grade für sich haben: entwederzeitlich oder sachlich, am schlagendsten, wenn in beiden Beziehun-gen. Denn wenn die Dinge in der überwiegenden Mehrzahl sich soso verhalten, wie wir sie darstellen, so haben wir die höhere Wahr-scheinlichkeit für uns.
12. Entkräften lassen sich aber auch Anzeichen und ans An-zeichen bafirte Enthymeme, selbst wenn sie unbestreitbar vorhandenfind, wie schon in den ersten Abschnitten ') gesagt worden ist; denndaß kein Anzeichen einen Schluß begründet, wissen wir aus derAnalytik 2).
13. WaS die auf Beispiele begründeten Beweise betrifft, so istderen Entkräftung dieselbe, wie die der Wahrscheinlichkeitsbeweise.Denn sobald wir irgend ein Beispiel für uns haben, wo die Sachesich nicht so verhält, wie der Gegner sagt, so ist sein Beweis entkräftetund gezeigt, daß die Sache nicht nothwendig sich so verhält, wie erbehauptet. Oder wir können auch Nachweisen, daß die Mehrzahl derFälle, oder dieselbe Sache in mehr Fällen, sich anders verhält, als erbehauptet. Hat er aber auch die Mehrzahl der Fälle ober dieselbeSache in mehr Fällen für sich, so muß man sich damit wehren, daßman zeigt: entweder der vorliegende Fall sei nicht gleich, oder dieUmstände desselben seien nicht gleiche, oder es finde bei demselbenjedenfalls irgend ein Unterschied statt.
1-1. Was endlich die Beweiszeichen und die auf Bewciszeichengegründete» Enthymeme anlangt, so wird man allerdings nicht imStande sein nachzuweisen, daß sie keine Schlußkrast haben (wie wirdas ebenfalls aus der Analytik wissen); es bleibt also nur übrig,den Beweis zu führen, daß das vom Gegner angeführte Beweiszeichennicht vorhanden ist. Bringt er's aber zu Tage, daß es vorhanden unddaß eS zweitens wirklich ein Beweiszeichen ist, dann freilich ist einsolcher Beweis nicht mehr zu entkräften. Denn alsdann ist durch dieBeweisführung alles zur Evidenz gebracht.
Vgl. Buch I, Kap. 2. und II, Kap. 24.
2) rrnalxt. prior. II, 27.
S) S. die beiden letzten Kapitel de« zweiten Buchs der ersten Analytik.