SechsundzwanjigstcS Kapitel.
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Sechsundzwanzigstes Kapitel.
Das Steigern und Herabsetzen find keine Grundbestandtheileeines Enthymems, — ich nehme hier „Grundbestandtheil" in dersel-ben Bedeutung, wie Denksorm (Topos); beide Ausdrücke, Grund-bestandtheil und Topos, bezeichnen nämlich das Gebiet, wohin vieleEnthymeme fallen "). Vielmehr find Steigern und Herabsetzen selbstEnthymeme, welche den Zweck haben, darzuthun, daß etwas groß oderklein sei, sowie man ja auch darthut, daß etwas gut oder, schlecht, ge-recht oder ungerecht sei, u. s. w. — 2. Dies find aber lauter Mate-rien, a uf wel che sich die Syllogismen und die Enthymeme bezie-hen. Daraus folgt, daß wenn nicht jede der genannten Materieneine enthymematlsche Denkform ist, auch das Steigern und Herabsetzennicht eine Folge sein kann.
3. Eben so wenig bilden die entkräftenden Enthymeme eine be-sondere, von den positiv beweisenden verschiedene Art. Denn es istoffenbar, daß, wenn man aus der einen Seite entkräftet, indemman einen Beweis führt oder einen Einwurf vorbringt, man anderer-seits das Gegentheil durch Führung eines Gegenbeweises erhärtet.Hat z. B. der Eine gezeigt, daß etwas geschehen ist, so weist der An-dere nach, daß es nicht geschehen ist, und umgekehrt: hat der Erstegezeigt, daß etwas nicht geschehen ist, so zeigt der Andere, daß es ge-schehen ist. Dies Verfahren also kann unmöglich einen Unterschiedbegründen, da ja beide Theile sich derselben Mittel bedienen, d. h.Enthymeme für das Stattfinden und Nichtstattfinden einer Sache bei-bringen.
4. Der Ein Wurf ferner ist gar kein Enthymcma, sondern, wiein der Topik^), das Aussprechen irgend einer Ansicht, aus welcher
Da sich diese Definition auf die Naumbedcntung bezieht, welche inbeiden griech. Worten lroriox und liegt, so ist eine genaue lleber-
schung unmöglich. Das Lateinische (secles argumentoruiii) kommt dein Grie-chischen schon näher.
2) In der Wissenschaft von den allgemeinen Gesichtspunkten. Biese I,
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Aristoteles' Rhetorik. lg