VierundzwanzigsteS Kapitel.
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Getrennte verbindet, oder das Zusammenhängende trennt '). Eshalten nämlich die Menschen dies häufig sür einerlei, obschon es kei-neswegs einerlei ist 2), und der Redner hat daher unter beiden Rede-weisen nach Bcdürsniß die Auswahl zu treffen. Dies ist das Schluß-verfahren des Euthydemos, welcher behauptete ^), es müsse z. B.„Jemand wissen, daß eine Triere im Peiräeus liege, denn er wisse ja,was jedes von beiden sei". Oder: „Es müsse Jemand ein gewissesGedicht kennen, denn er kenne ja die Buchstaben, Worte u. s. w., ausdenen es bestehe". Oder wenn man behauptet: „Da die doppelteDosis einer Arznei gesundheitschädlich sei, so sei auch die einfache nichtgesund, denn es sei doch ungereimt, wenn zwei gute Dinge einschlechtes bilden sollten." In dieser Form nun ist der Schluß einwiderlegender; man kan» ihn aber auch beweisend brauchen, wennman die Wendung so macht: „denn ein gutes Ding kann nicht zweischlimme geben."
In der That aber läuft diese ganze Kategorie auf Trugschlüssehinaus. Gleich ein weiteres Beispiel liefert Polykrates, wenn ervom Thrasybul sagt: „derselbe habe dreißig Tyrannen gestürzt"; —er zählt sie nämlich einzeln zusammen ^). Oder die bekannte Stelleim „Orestes" des Theodektes, wo die Rechtfertigung der Thatdurch Trennung des Zusammengehörigen vermittelt wird, wenn esheißt:
kNenoli. 8opli. IV, 6. XX, 6.
Nämlich; ob etwas so oder so, getrennt oder verbunden, gesagt wird.
3) Die alberne Spitzfindigkeit dieses Schlusses, der auch in der Lloncli.SopN. XX, 8 kurz angedcutet wird, ist nicht ganz klar, weil Aristoteles sichbegnügt, ihn kurz zu erwähnen. Euthydemos ist der aus Platons gleich-namigem Dialoge bekannte Sophist, der sich in solchen kindischen Spitzfindig-keiten zu bewegen liebte, und den Plato deßhalb mit souveräner Verachtungbehandelt. Vgl. Prinsterer, Droaopograpliia NIatvnica p. 86 — 87. Wer dieFinesse des obigen Trugschlusses gründlich erläutert sehen will, der lese PaciuS'Anmerk, bei Buhle zu der Stelle des LIeneli. 8opl>. XX, p. 662 — 663.
"> Da§ Kuuststückchen besteht hier in der Weglassung des Artikels. „Diedreißig Tyrannen", d. h. die Herrschaft einer Partei; „dreißig Tyrannen stür-zen" kommt eben so heraus, als ob Thrasybul dreißigmal dasselbe BcfreiungS-werk verrichtet hätte. — Polykrates war ein berühmter Sophist aus derSchule des GorgiaS. S die Anmerk, zum § 2 dieses Kapitels.