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Zweites Buch.
Areiopag gerichtet zu werden, und ein Mixidemides sollte eS nicht?!')— Eben dahin gehört Sappho's Wort: „Sterben ist ein Uebel, sohaben die Götter geurtheilt, denn sonst stürben sie selbst!" Des-gleichen Aristipp's Bemerkung gegen Platon, als, wie ihm bedünkte^),dieser etwas allzu zuversichtlich ausgesprochen hatte: „Jedenfalls hatunser gemeinsamer Freund nichts dergleichen gesagt!" swomit er denSokrates meinte^ ^). In gleichem Sinne fragte auch Hegesippos,nachdem er zuvor in Olvmpia den Orakelspruch eingeholt hatte, inzweiter Instanz zu Delphi den Gott: „ob er mit seinem Vater über-einstimme?" womit er andenten wollte, daß es ungeziemend sei, daßder Sohn dem Vater widerspreche ^). Ebenso hat Jsokratcs °) überdie Helena geschrieben: „sie müsse tugendreich gewesen sein, da jaTheseus sie so beurtheilt habe" 5); und ebenso über Paris: „selbstdie Göttinnen hatten ihn auserwählt" und um zu beweisen, daßEvagoras ein trefflicher Mann gewesen, braucht Jsokratcs?) die
Aus eiucr Rede des durch LenophonS griech. Geschichte (VI, 3, S.>bekannten Redners. Die Sache, um die eS sich handelte, kennen wir nicht.
2) Feine Entschuldigung des damals noch lebenden Platon. Erst nachPlatons Tode (348) verließ Aristoteles Athen, um nach Kleinasten zu gehen(S- Stuhr, Xristotelia I, p. 73). lieber Aristoteles HerzcnSfeinhcit gegen seinengroßen Lehrer s. Ebendas. I, S- SS. sogt. Arist. Politik I>, 3, 3. IX, l.7.). Er schrieb sogar eine eigene Lvbschrift auf Platon, wie Olympiodor inseinem Commeutar zu Platons GorgiaS (xrax. XI.I.1 berichtet. S. Cousin,3ourn. lles Zavants, vcbr. 1832. p. 744.
5) Das angeführte „Bonmot" des AristippoS war damals, wie es scheint,in aller Munde. Darum ist der Zusah, „womit er den S. meinte", offenbarder Zusah eines spateren Lesers.
Dieselbe Geschichte erzählt Tenophon (gricch. Gesch. IV, >>. L33 Leuncl.)von einem gewissen AgesipoliS, und Plutarch in den Apophtegmaia vomAgestlaoS; „Hegestpolis" ist daher vielleicht verschrieben. Die Geschichte selbstist von einer wahrhaft komischen Naivetät, und man kann sich dieselbe imMunde und zur Zeit eine« Aristoteles nicht anders, als mit heiterem Lächeln,vvrgetragen denken.
b) S. Jsokrat. Lobrede aus Helena x. riL.
b) Ebendas, p. 217 inlt.
7) Jsokr. Evagoras x. I9S mell. Die beiden ersten der au« JsokratcsSchriften entnommenen Beispiele sind gleichfalls nicht ohne eine leise Bei-mischung von Ironie vvrgetragen zu denken, die sich nicht nur durch das zwi-schen Jsokratcs und Aristoteles damals bestehende polemische Verhältnis; (s. die