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Zwcireö Buch.
Mörder des Nikanor hätten recht gethan, denselben umzubringen, galtauch sein Tod für gerecht '). Ein andres Beispiel liefert der Prozeßdes ManneS, der in Theben ermordet wurde, wobei der Mörder dieRichter auffordete, sich darüber auszusprechen, ob derselbe den Todverdient habe, weil er von der Ansicht ausging, daß es kein Unrechtsein könne, einen Menschen zu tödten, der den Tod verdient habe ^).
1. Eine andere Denkform entnimmt ihre schließende Begründungaus dem Verhältnißbegriffe des Mehr und Minder, z. B. so:„wenn nicht einmal die Götter Alles wissen, um wie viel weniger dieMenschen", was nichts anders heißt als: wenn dies^) dem nicht zu-kommt, dem es doch der Natur der Sache nach in höherem Grade zu-kommen müßte, so folgt daraus offenbar, daß es dem nicht beigelegtwerden kann, dem es minder zukommt. Der Schluß dagegen: „wersich sogar an seinem Vater vergreift, vergreist sich gewiß auch an sei-nem Nebenmenschen", wird aus dem Satze gefolgert, daß da wo dasMehr vorhanden ist, auch das Minder vorhanden ist; man hat also,je nachdem man des einen oder des andern Beweises bedarf, zu zeigen,daß das Mehr oder Minder vorhanden ist oder nicht ist. — 5. Hier-her gehört auch der Fall, wenn weder ein Mehr noch ein Minder vor-handen ist 4), ein Gesichtspunkt, von welchem ausgegangen wird inden Versen:
Du weinst mit Deinem Vater um der Sühne Tod,
Mit OeneuS nicht, der seinen Heldensohn verlor? 5)
t) lieber diesen Prozeß fehlen u»s weitere Nochrichten. Nur das stehtfest, daß hier nicht der Redner Demosthenes gemeint ist.
2) ES war der Sikyonier Supliron, welcher, ans Sikyon vertrieben, inTheben wegen politischen Umtrieben seine» Tod fand. Der Vorfall, welchenLenophon in seiner Kriech. Gesch. VII, I. erzählt, hatte sich nicht lange vorder Zeit begeben, in welcher Aristoteles erster Aufenthalt zu Athen fällt-
D. h. die Allwissenheit, die also im griech. Bewußtsein den Götternnicht absolut zukam. S. NägelSbach, Homer. Theologie S. 18 —ri.
Dgl. Arist. Topik. II, 10, §. 7., wie denn überhaupt die AristotelischeTopik hier fortwährend zn vergleichen ist.
i) Wahrscheinlich aus Antiphon's Tragödie „Meleager" ls. die Bemerk, zull, I. §. IS.), wo OeneuS selbst vielleicht diese Worte an seine GemahlinAlthäa richtete, die ihren Daker um den Verlust seiner von Meleager erschla-