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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Zweites Buch.

früher von uns Abgehandelte deutlichen Aufschluß '). Es ist näm-lich in den Abschnitten über die Reden der berathschlagenden Gattungbereits von der Wichtigkeit der Güter, und im Allgemeinen über denquantitativen Unterschied des Mehr und Minder gehandelt worden.Da nun also in jeder Gattung von Rede das vorgesteckte Ziel ein Gutist, als da sind, das Nützliche, das Schöne, das Gerechte, so isteinleuchtend, daß alle Reden sammt und sonders die Steigerung desihrigen auf solchem Wege bewirken müssen. 27. Darüber hinausnoch im Allgemeinen über die Begriffe von Größe und VorzüglichkeitUntersuchungen anstellen heißt leere Worte machen^). Denn zumpraktischen Gebrauch ist die Kenntniß des Einzelnen undBesondern wichtiger und einflußreicher als die des All-gemeinen.

Ueber Möglichkeit und Unmöglichkeit, und ob etwas geschehenoder nicht geschehen, und ob etwas sein wird oder nicht sein wird, so-wie über Wichtigkeit und Geringfügigkeit der Gegenstände mag essein Bewenden haben.

Zwanzigstes Kapitel.

Es bleibt jetzt nur noch übrig, von den allen Gattungen derBeredtsamkeit gemeinsamen Beweismitteln zu sprechen, da von denbesonderen bereits geredet worden ist.

Der gemeinsamen Beweismittel gibt es zwei Gattungen, Bei-spiel und Enthymem, denn der Sinnspruch bildet nur einenTheil des Enthpmems.

2. Handeln wir also zuerst vom Beispiel, denn das Beispielist der Induktion ähnlich, und mit der Induktion macht man den An-fang im Schließen. Es gibt nun zwei Arten von Beispielen; dieeine Art des Beispiels besteht nämlich darin, daß man früher ge-schehene Thatsachen anführt ^), die andere besteht darin, daß man

1) Bgl. Rhetorik I, Kap. ss.

2) Polemik gegen gleichzeitige Lehrer der Redekunst, wie FfokrateS.Nämlich: um den astgenieinen Gedanken, welcher den Beweggrund ent-hält, zu erläutern. Biese ». S. KLI.