Neunzehntes Kapitel.
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sie auch, die Schlechten aus Unenthaltsamkeit, die Guten, weil es dasGute ist, wonach der Gute Verlangen trägt. — 20. Ferner: wenn dieSache aus dem Punkte stand zu geschehen und Jemand im Begriffwar, sie zu thun; denn es läßt sich vermuthen, daß er das, was erim Begriff stand zu thun, auch wirklich gethan hat.
21. Ferner: wenn dasjenige geschehen ist, was der Natur derDinge gemäß einem andern vorausgeht oder um seinetwillen geschieht,z. B. wenn es geblitzt hat, so hat es auch gedonnert, und wenn Je-mand Anschläge auf die Tugend eines Mädchens gemacht hat, so hater auch die That folgen lassen. — 22. Ferner: wenn dasjenige, was derNatur der Dinge gemäß nach etwas anderem eintritt oder um deffent-willen etwas anderes geschieht, geschehen ist, so ist auch das ihm vor-hergehende und das um seinetwillen geschehende gleichfalls geschehen,z. B. wenn es gedonnert hat, so hat es auch geblitzt, und wenn einerein Mädchen verführt hat, so hat er auch die dahin zielenden Anschlägegemacht. Alle die hier aufgezählten Folgerungen find theils absolutnothwendige, theils solche, die in der Regel stattfindcn.
23. Hinsichtlich des Nichtgeschehenseins siebt man leicht,daß die Beweisgründe sich aus dem Gegentheil des oben Gesagten er-geben; und ebenso ist aus dem Gesagten klar, wie man das zu er-weisen hat, was geschehen wird. Geschehen wird nämlich einmaldas, wozu Jemand die Macht und den Willen hat, und ferner das,wozu sich bei vorhandener Begierde, Leidenschaft und Denkungsartdes Menschen auch das Vermögen der Ausführung gesellt. Darum,wenn wir Jemanden im Anlaufe oder im Begriffe sehen, etwas zuthun, so wird die Sache auch geschehen, denn in der Regel geschiehteher das, was man zu thun vorhat, als was man nicht vorhat. —24. Ferner, wenn alles das vorhergegangen ist, was naturgemäß vor-herzugehen pflegt, z. B. wenn sich der Himmel bewölkt, so ist wahr-scheinlich, daß es regnen wirb. — 25. Ferner: wenn das geschehen ist,was um eines andern willen geschieht, so ist es wahrscheinlich, daßauch das letztere geschehen wird, z. B. wenn ein Fundament gelegtist, so wird auch ein Haus erbaut werden.
26. Was über Wichtigkeit und Unwichtigkeit der Gegenstände,über größeren oder geringeren Werth, und überhaupt über die Ver-bältniffe von „groß" und „klein" sich sagen läßt, darüber gibt da-BrigotclcS' Rhetorik. 12