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schiedenen Staatsverfassungen aus das sittliche Verhalten schon früherbei der Betrachtung der berathen den Redegattung gehandelt >),so daß es als bestimmt gelten darf, auf welche Art und durch welcheMittel der 'Redner seine Rede denselben anzupassen habe. — 2. Fernerhaben wir gesehen, daß für jede Gattung von Reden zwar das Zielein besonderes ist, daß es aber daneben noch gewisse allgemein ange-nommene Ansichten und Grundsätze gibt, die für sie alle zusammengelten, und aus welchen der Redner, mag seine Rede nun politisch-berathender, oder schaurednerischer, oder gerichtlicher Art sein, seineBeweisgründe ableitet. Und endlich ist auch entwickelt und bestimmtworden, mit welchen Mitteln es dem Redner möglich ist, seine Rededen Verhältnisse» und der sittlichen Charakterstimmung der Zuhöreranpassend zu machen.
Nach diesem Allen bleibt uns nun also nur noch übrig, die allendrei Redegattungen gemeinsamen rednerischen Mittel zu er-örtern 2). — 3. Für alle Redner ist nämlich die gleiche Nothwendig-keit vorhanden, in ihren Reden die Bestimmungen des Möglichenund des Unmöglichen in Anwendung zu bringen und den Beweiszu versuchen, entweder daß etwas eintreten wird, oder daß etwas ge-schehen ist. — ch. Ferner ist der Gesichtspunkt der Wichtigkeitein sämmtlichen Reden gemeinsamer; denn mit dem Verkleinern oderVergrößern haben alle Redner zu thun, mögen sie nun anrathen oderabrathen, loben oder tadeln, anklagen oder vertheidigen.
5. Sobald wir diese Punkte bestimmt haben, wollen wir dem-nächst versuchen, von den Enthpmeinen sowie von den Beispielendie sich etwa darbietenden allgemeinen Gesichtspunkte zu behandeln,damit wir nach Hinzufügung des Rückständigen die uns von vornherein gesetzte Aufgabe zu Ende bringen. Von diesen gemeinsamenrednerischen Mitteln ist nun, wie bereits gesagt worden, das Ve r-
S. I, Kap. 8, §. 5. und daselbst die Anmerkung.
2) Wer sich einen Begriff von der sprachlichen Sigentyümlichkeit dev ari-stotelischen Vortrags machen will, znsolge deren der Philosoph zuweilen dieGedanken geradezu „ineinander schachtelt", der stelle sich vor, daß dieser ganzeKapitelansang im Originale eine einzige Periode bildet, deren Vordersatz bis„anpassend zn machen" <§. 2) gehr, worauf dann erst der kurze Nachsatz folgt.
B Im Texte heißt eS „Größe" Vgl. II, Kap. 8, §. 8.