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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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SiebenzehnteS Kapitel.

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Sieben zehntes Kapitel.

Ebenso klar am Tage liegen die Einwirkungen der Macht-gewalt auf das Verhalten des Menschen. Sie find nämlich zumTheil dieselben, wie die des Reichthums, zum Theil besserer Art.2. Denn die Machthabenden sind von Seiten ihres Charakters ehr-begieriger und mannhafter als die Reichen, weil der Gegenstand ihresVerlangens die Ausführung aller der Thaten ist, zu denen sie ver-mittelst ihrer Macht die Möglichkeit besitzen. 3. Sie find fernereifriger >), weil sie durch die Nothwendigkeit, fortdauernd aus alleszu achten, was zu ihrer Machtstellung gehört, in Aufmerksamkeit er-halten werden. 4. Ferner ist ihr Betragen mehr ernst und zurück-haltend, als hochmüthig drückend; denn ihr Ansehn setzt fie mehr alsandere allen Blicken aus, und deßhalb beobachten sie Maß in ihrenManieren, und ihre ernste Zurückhaltung ist ein gemilderter und wohl-anstehender Hochmuth. Und wenn sie sich vergehen, so geschieht esnicht kleinkrämerisch, sondern in großem Style.

5. Die Glücksgunst übt ihren Einfluß auf das Verhalten jenach den einzelnen der angegebenen Dinges; denn auf diese beziehensich die Fälle von Glücksgunst, welche als die bedeutendsten gelten.Außerdem sind auch noch zahlreiche und wohlgerathene Kinder undalle körperlichen Vorzüge Dinge, deren erhöhten Besitz die Glücksgunstverleiht. 6. So macht denn die Glücksgunst die Menschen aller-dings hochmüthiger und unbesonnener; aber eine sehr löbliche Eigen-schaft hat fie in ihrem Gefolge: solche Menschen sind nämlich gottes-sürchtig und empfinden sich in einem gewissen Verhältnisse zur Gottheit,wofür ihnen die vom Glückszufall empfangenen Güter den Beweisliefern ^).

D. h. ihr Streben ist anhaltender, ernster und von konzentrirterer

Kraft.

2) Adel der Geburt, Neichthum, Macht. Bergt, auch I, 5, § s ff.

Man steht, daß es mit dieserFrömmigkeit" der Glückskinder nichtweit her ist, vbschon Aristoteles dieselbe einesehr liebliche" Eigenschaft nennt.Jedenfalls laust sie schnurstracks der christliche» Anschauung entgegen, nach