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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Sechzehntes Kapitel.

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nur, in so fern es nicht aus der Art schlägt '), und grade dies istgemeinhin bei den Adeligen nicht der Fall, sondern sie find meist un-bedeutende Menschen. Denn man kann bei den Geschlechtern derMenschen ebenso von einem guten Jahrgange an tüchtigen Männernreden, wie von den Erzeugnissen des Bodens; manchmal, wenn derStamm gut ist, erwachsen aus ihm im Laufe der Zeit ausgezeichneteMänner, worauf es denn wieder abwärts geht. Was die Ausartun-gen betrifft, so arten die genialbegabten Geschlechter vorwiegend intolle Charaktere aus, wie die Nachkommen des Alkibiadcs und desälteren Dionyfios, die standfesttüchtigen dagegen in Schlaffheit undStumpfsinn, wie die Nachkommen des Kimon, Perikles und Sokrates^).

Sechzehntes Kapitel.

Was der Reichthum für Charakter-Eigenthümlichkeiten zurFolge hat, liegt vor Jedermanns Augen. Denn sie sind über-müthig und hochmüthig, sobald sie dem Besitze des Reichthums irgendeinen Einfluß auf ihr Wesen gestatten. Sie kommen sich nämlichgrade so vor, als ob sie alle möglichen Vorzüge besäßen, denn derReichthum ist gleichsam eine Art Maßstab für den Werth aller andernDinge, und daher entsteht der Schein, als sei für ihn alles und jedeskäuflich.

*) Ebenso Aristot. Tiergeschichte I, Kap. I. Aristoteles' Definition deswahren Adels läuft auf Shakespearc'S berühmten Ansspruch hinaus (Ende gut.Alles gut):

Die Ehre zeigt, wie Ehre den verdammt,

Der sich berühmt, er sei von ihr entstammtUnd gleicht der Mutter nicht!"

AlkibiadeS' gleichnamiger Sohn hieß wegen seines tollliederliche»Treibensder Affe seines Vaters"; die Excentrizitäten des jnngern DionyfioSfind weltbekannt; von Kim onS Sühnen wissen wir nichts Näheres, wohl aberwissen wir, daß die Söhne des Perikles (die ehelichen) und des Sokratesgeistesträge Schwachköpfe waren. (Vgl. Seneea Lxiüt. 104. und Prinsterervrosopograplün klntonicn p. 128.).

D. i. die Reichen.