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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Zwölftes Kapitel.

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nigen, welche diese und ähnliche Güter besitzen. Unterdiese Güter"verstehe ich die zuvor genannten, wie Tapferkeit, Weisheit, Regie-rungsgewalt denn Regierende können Vielen Gutes erzeigen, wieFeldherrn, Redner und alle, welche eine derartige Gewalt besitzen. 6. Ferner diejenigen, denen Viele gleich sein möchten, oder derenBekanntschaft oder Befreundung Viele suchen, oder die für Viele oderfür uns selbst Gegenstand der Bewunderung find. 7. Endlich die,deren Lob und Preis Dichter oder Redekünstler feiern ^).

Verachten dagegen thut man die diesem entgegengesetzten,denn der Gegensatz der Eifersucht ist die Verachtung, und das eifer-süchtig sein steht gegenüber dem verachten. Nothwendig aber müssenMenschen, welche in der Verfassung sind, daß sie Eifersucht auf andereempfinden oder bei andern erregen, geneigt sein, alle diejenigen zuverachten, welche die den Eifersucht erregenden Vorzügen entgegen-gesetzten Mängel an sich haben. Daher verachtet man gar oft dieLeute, welche Glück haben, wenn ihr Glück nicht von den Gütern,welche Ehre bringen, begleitet ist.

So wäre denn die Frage, wodurch die Leidenschaften erregt undbeschwichtigt werden, aus denen sich die Mittel zur Ueberredung ge-winnen lassen, abgehandelt.

Zwölftes Kapitel.

Gehen wir über zur Beantwortung der Frage, welchen Einflußaus den Charakter die Leidenschaften, die habituellen Eigenschaften^),die Lebensalter und die Glücksumstände ausüben.

1) Wenn dieser Sah-Unter Regierungsgewalt" kein späterer Scho-liastenzusatz ist, so erscheint er als ein sicheres Kennzeichen der MündlichkeitdieserVorträge über Rhetvrik".

2) Die Redegewalt nannte Demetrius der Phalercerdas Schwert desFriedens".

5) Biese citirt hierzu Platons PhädrvS p. 270. e. und Qninctilian II,> 5 , 20 .

Das heißt die Astg, pgl. Biese II, 2S2. lieber den Einfluß derAristoteles' Rhetorik. 11