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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Siebentes Kapitel.

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ihr euch? etwa, damit euch morgen Keiner von diesen da ') sehenmöge?"

Soviel von der Scham. Was die Schamlosigkeit betrifft,so ist klar, daß uns die Gegensätze der bisher aufgeführten Motiveden nöthigen rednerischen Stoff liefern werden.

Siebentes Kapitel.

Welchem Menschen gegenüber man Freundlichkeit hegt undwofür oder in welcher innern und äußern Verfassung, das wird offen-bar werden, sobald wir die Freundlichkeit definirt haben werden.

2. Sagen wir also: Freundlichkeit ist diejenige Gesinnung,zu Folge deren es von dem, der sie hegt , heißt: er leiste einem

Von den Zuschauern.

2) Mit diesem Kapitel geht Aristoteles über zu den GcmüthSaffektionen,

in welchen der Einzelne nicht mehr in der einseitigen Beziehnng auf sich selbstbleibt, sondern ans sich herauStretcnd cmpsänglich wird für das Glück undUnglück Anderer, und deren Wohl sich zun, Zweck macht. Diese stellen sich darin dem thätigcn, hülsbcreiten Wohlwollen l^«(>tr> und im Mitleid.Der erste Affekt, welchen Aristoteles in diesem Kapitel behandelt, wird im Grie-chischen durch ein Wort bezeichnet l^ck^ex), das im Deutschen eigentlich un-übcrsetzlich ist. Denn bedeutet ebensowohl L) das freundliche gefällige

Benehmen, als I-) die daraus hervorgehende That (die Gutthat, dieFreund-lichkeit") selbst, und dazu drittens c) die durch solches Benehmen und solche Lei-stungen in den Andern beroorgerufcne Gesinnung der Erkenntlichkeit und Dank-barkeit und deren Bethätigung. Am besten paßt vielleicht noch unserFreund-lichkeit", das ja auch aktiv und passt», subjektiv und objektiv gebraucht wird,und eben sowohl die Gesinnung, als de» von ihr geleisteten Dienst bezeichnet.Auch die Ableitungen beider Worte l^«§tx von undFreundlichkeit"

von freuen) sind ähnlicher Art.

3) Alle bisherigen Uebcrseher fassen das o in dem Sinne von

Einer, der etwas hat". Ich beziehe cs auf und supplire

Die ganze Definition geht auf den Sprachgebrauch zurück, und nach diesemist o Einer, der gegen jemanden wohlwollend gesinnt,

zu freundlichem Dienste geneigt und bereit ist, ihm Freundlichkeit zu erweisen,«stras wie der Sprachgebrauch lautet, über welchen Bloom-

field, c-Iosssr. zu Xesetixs. Lrom. B. LLS nachzusehen ist. Es ist mir unbe-AristoteleS' Redekunst. 10