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Aristoteles, Redekunst.
Volksrede über die Besitznahme und Landverteilung von SamosGebrauch machte, indem er die Athener aufforderte, sich vorzustcllcn,„alle Hellenen ständen im Kreise rings umher", wodurch er die Vor-stellung erwecken wollte, daß die Hellenen so den Ausfall ihres Be-schlusses mit Augen sehen und nicht bloß später hören würden; —oder wenn Personen solcher Art in unmittelbarer Nähe sind oderin der Lage sind, sofort Kenntnis von unserem Thun zu erhalten.Deshalb wünscht man auch, wenn man im Unglück ist, nicht vondenen gesehen zu werden, die früher unser Los priesen; denn dieGlücklichpreiser sind Bewunderers
25. Zweitens (werden wir uns schämen), wenn wir in der Lagesind, daß Thaten und Verrichtungen, die entweder wir selbst oderunsere Vorfahren oder sonst Personen, zu denen wir in irgend einemnahenVerwandschaftsverhältnissestehen, gethan haben, einenMakelauf uns werfen und, mit einem Worte, wenn die Thätcr Personensind, für welche wir uns schämen. Solche sind aber die Genanntenund die, deren Thun man auf uns zurückftthrt, weil wir ihre Lehrerund Ratgeber gewesen sind. 26. Oder drittens in Gegenwart vonanderen Personen unseresgleichen, bei denen wir nach Geltung stre-ben, denn aus Scham vor solchen thut und unterläßt man vieles.
27. Endlich verstärkt es unsere Schamempfindung, wenn wirin der Lage sind, in Zukunft vor den Augen und im Angesichte vonsolchen, die um unsereSchande wissen, lebenundverkehrenzumüssen.Das hatte der Dichter Antiphon^ im Sinne, als er im Augen-blicke seiner vonDioin/sios bcfohlenenHinrichtung zu seinenTodcs-gefährten, die er beim Ausgange aus den Thoren des Gefängnissessich das Gesicht verhüllen sah, das Wort sprach: „Weshalb verhüllt
mußten, fand in jenem Redner einen Bekämpfte, der, wie wir aus dieserStelle sehen, alles aufbot, um die Athener von ihrem ungerechten Ver-fahren zurnckzuhaltcn. Unter den Kolonisten befand sich auch der Vaterdes Philosophen Epiku'r, wie Sträb on (XIV, S. 638) erzählt. Aristo-teles lebte um diese Zeit als oierunddreißigjähriger Mann in Athen, woer diese Vorträge über Rhetorik hielt. S. Äd. Stahr, Aristoteli'a, I, S.68-71; II, S. 285-288.
1. D. h. Bewunderer dessen, den sie glücklich preisen und an dessenStelle sie sein möchten.
2. S. die Anmerkung zum zweiten Kapitel dieses BucheS, § 19.