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Aristoteles Redekunst.
—-als war' ich ein ungeachteter Fremdling!*
womit er sagen will, das; dies^ der Grund seines Zornes sei.
7. Als Schuldigkeit aber glaubt man Hochachtung bean-spruchen zu dürfen von denen, die geringer sind an Adelund Geburt,an Macht, an Tugend ^ und mit einen: Worte in jedem Bezüge,worin man dem anderen bedeutend überlegen ist, wie z.B. in bezugauf Vermögen der Reiche dem Armen, in der Beredsamkeit derrhetorisch gebildete Redner dem der Rede nicht Mächtigen, derHerrschende dem Beherrschten und der, welcher sich zum Herrscherberufen glaubt, dem zum Gehorchen Berufenen. Darum heißt es:
Groß ist aber der Zorn der gottbegnadeten Fürsten! *und
Trägt er doch spät noch nach den Groll im Busen. °
womit der Dichter sagen will, daß sie wegen ihrer hohen Stellungzornmütig sind. — 8. Ferner beansprucht man Hochachtung auchvon denen, auf deren Dankbarkeit man Anspruch zu haben glaubt:solche sind die, denen man entweder selbst oder ein anderer umunsertwillen oder einer der Unsrigen wohlgethan hat oder nochwohlthut oder noch wohlzuthun beabsichtigt oder früher beabsichtigte.
1. Vgl. Home'r, Ilias, I, V. 356, und IX, 648. Die letzte Stelleheißt im Zusammenhänge:
Aber cs schwillt mein Herz von Galle mir, wenn ich gedenke,Was er in Ar'gos Volke mit frevelnden: Sinn mir gethan hat,Er der Atrid', als wär' ich ein ungeachteter Fremdling.
2. Dies: nämlich die Kränkung seiner Ehre und Achtung.
3. Tugend ist immer in: hellenischen Sinn zu fassen als mannhafteThätigkeit, Tapferkeit u. s. w.
4. Aus Homer, Ilias, il, 196, wo jetzt der Singular steht. Aristo-teles zitiert, wie das Altertum überhaupt, den Homer mit derselben Au-torität wie die moderne Welt die Bibel.
5. Homer, Ilias, I, 80, heißt es:
Mächtiger ist ja der König, so oft er zürnt den: Geringem,Wenn er den Ingrimm auch an demselbigen Tage zurückhält,Trägt er doch spät noch nach den Groll in: Busen und nährt ihn,Bis er ihn endlich gekühlt.