Zweites Buch. Zweites Kapitel.
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unbekümmert. Auch wer mutwillig verletzt, zeigt Verachtung; dennmutwillige Verletzung ist Eingriff in die Wünsche eines andernmit dem Zwecke, nicht selber etwas zu erlangen, sondern nur zuverhindern, daß dem andern etwas zu gute komme; da sie alsonicht geschieht, um selbst etwas zu erlangen, so handelt der, dersie übt, aus kränkender Geringschätzung; dcnnersetztoffenbarvoraus,daß der andere ihm keinen Schaden werde thun können, dennsonst würde er sich fürchten und den andern nicht geringschätzendkränken, — und daß derselbe ihm ebensowenig irgend einen we-sentlichen Nutzen leisten könne, denn sonst würde er darauf be-dacht sein, mit ihm Freundschaft zu halten.
5. Aber auch der, welcher einen andern übermütig be-handelt, kränkt ihn durch Geringschätzung. Denn übermütigeBehandlung ist, wenn man einen schädigt oder ihm wehe thut ineiner Weise, daß dem so Behandelten Schimpf erwächst, und zwarnicht um selbst etwas zu erlangen oder weil uns selbst früher etwasgeschehen ist, sondern rein aus Lust; denn wer bloß Vergeltung übt,der verübt keine Handlung des Übermutes, sondern er rächtsich eben.
6. Sehen wir auf den Grund, weshalb Handlungen desÜbermutes Lust gewähren, so ist es weil die, welche sie ausüben,dadurch, daßsie einemübles zufügen, ihre Überlegenheit zu beweisenmeinen. Darum sind junge Leute und Reiche zum Übermute ge-neigt, denn durch Handlungen des Übermutes glauben sie ihreÜber-legenheit darzuthun. Zum Übermute gehört ferner Nichtachtung ff-wer aber nichtachtet, der handelt geringschätzig kränkend, denn nurwas keinen Wert hat, hat keine Achtung, weder im Guten noch imBösen. Darum sagt Achillleus in seinem Zorne:
-sAgame'mnons
Hat mich entehrt, denn er nahm meinen Preis sich selber, als Räuber!und weiter:
1. Wörtlich „Entehrung" («rip.l«).