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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Erstes Buch.

Kinder, die ja ihre Werke sind. Und darum ist auch das letztlicheVollenden eines Mangelhaften lustbringend, denn es wird ja dadurchgewissermaßen unser Werk ').

27. Ferner: da Herrschen das Süßeste ist, so ist auch imRufe der Weisheit zu stehen süß. Denn Einsicht ist etwas Herr-schcrhaftes, und die Weisheit ist Wissenschaft vieler und wunderbarerDinge. Und weil ferner die Menschen in der Regel Liebhaber derEhre sind, so muß nothwcndig auch das Zurechtweisen Anderer einelustbringcnde Sache sein. 28. Deßglcichen: sich gerade mit dem-jenigen fortdauernd beschäftigen, worin jeder vorzugsweise seinegrößte Stärke zu haben glaubt, wie auch Euripidcs sagt :

Eben dazu drängt er siebUnd wendet auf er jedes Tages besten Thkil.

Wo er sein Allerbestes zeigen kann.

29. Gleichermaßen muß, da auch das Spiel und jede Aus-spannung zu dem Lustgcwährenden gehört, nothwcndig auch allesLächerliche lustgewährend sein. Indessen, die näheren Bestim-mungen über das Lächerliche sind besonders abgehandelt in denVorträgen über Dichtkunst ^).

Soviel also über das Lustgewährende. Was Unlustbringendsei, geht aus den Gegensätzen der eben besprochenen Punkte klarhervor.

Vgl. oben §. 22. Ein Beispiel: Sulla als Beendige! des Jugurthi-nischen, PomprjuS des SklavcnkriegS.

2) Ich bemerke, daß in der Uebersetzung die Ausdrückelustbringend" oder ^lusigewäbrend" undangenehm", immer nur das eine griechische Wort<>sclü> wiedergeben, das in seiner Grundbedeutungsüß" heißt. Da wir keinWort haben, das die materiellsinnliche und die geistige Lust gleichmäßig au§-drückt, so ist der Wechsel nothwcndig.

-) Die auch sonst von Aristoteles (kroblem. XVIII, b), und ausführlichervon Platon «-arglos x. 484 L und p. 48L W citirte Stelle ist aus Euripi-deS verlorener Tragedic Antiope. S. Balckenaer'S Oiatribe p. 8V ff.leck r.lps-1.

b) In der uns erhaltenen Aristotelischen Poeti k findet sich nnr noch dieDefinition deS Lächerlichen (Poet. Kp. ü.>, und diese, so wie eine andere Stelleder Rhetorik (III. Kp. 18.) beweiset unwidersprechbar, daß wir das vollständigeWerk des Aristoteles über die Kunst der Dichtung nicht mehr besitzen.