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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
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ZebnteS Kapitel.

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aus Naturnothwcndigkeit, oder aus äußerer Gewalt.Dagegen alles, was er aus eigenem Antriebe thut, und wovoner selbst die Ursache') ist, das thut er entweder aus Gewohnheit,oder aus Begehren, und zwar das Letztere entweder aus einem ver-ständigen, oder aus einem unverständigen Begehren. 8. Ein solches(verständiges) Begehren ist das Wollen eines Guten, dennNiemand will, außer da, wo es sich seiner Meinung nach um ein Guthandelt, unwürdige Begehren dagegen sind Zorn und Begier.Und somit folgt, daß die Menschen alles, was sic thun, nothwendigaus sieben Ursachen thun: aus Zufall, aus Naturnothwendigkeit,aus äußerem Gewaltzwange, aus Gewohnheit, aus verständiger Re-flexion, aus Aufwallung, aus Begier.

9. Alles weitere Einthcilen der menschlichen Handlungen nachLebensaltern, Gemüthsbeschaffenheiten u. s. w. u. s. w., ist über-flüssig 2). Denn wenn es sich bei jungen Leuten findet, daß sic zorn-müthig oder der Begierde unterworfen sind, so handeln sie diesenEigenschaften gemäß nicht weil sie jung sind, sondern aus Zornund aus Begier. Ebensowenig sind Reichthum und ArmuthUrsachen von Handlungen, sondern man muß vielmehr sagen:es begegnet^) den Armen, daß sie aus Mangel begierig sindnach Geld, und umgekehrt den Reichen, daß sie, weil sie Ucbcrflußhaben, begierig sind nach den nicht nothwcndigen Genüssen; han-deln aber werden anch sie beide nicht, weil sie reich und weil siearm find, sondern weil ihre Begierde sic treibt. Ebenso wer-den auch die Gerechten und die Ungerechten und alle übrigen,von denen es heißt, daß sie ihren Gemüthsbeschaffenheiten gemäßhandeln, immer nnr aus den von uns oben angegebenen Ursachenhandeln, nämlich entweder aus vernünftiger Reflexion, oder aus Lei-denschaft, nur mit dem Unterschiede, daß bei den einen die bewegen-den Sinnesarten und Leidenschaften tugendhafte sind, bei den anderndas Gegentheil.

1) Der Urheber («ertoxl.

2) Auch hier pvlcmistrt Aristoteles argen seine Vorgänger in der Theorieder Rhetorik, und zwar gegen ihren Mangel nn philosophischer Schärfe,

Ist gccidentiell verbunden mit ihrem Begriffe.