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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Erstes Buch.

Beglaubigung, wie z. B. Adel der Abkunft und Erziehung, (dennes ist zu erwarten, daß von Guten Gute stammen, und daß im so undso Erzogenen ein Mann von der und der Beschaffenheit sei), daherfind eben auch nur solche, die etwas geth an haben, Gegenstand desEnkomions. Die Leistungen aber sind Merkmale der sittlichen Be-schaffenheit, denn wir mögen sehr wohl auch Einen Vernicht gehandelthat loben, wenn wir das Vertrauen zu ihm haben, daß er der Manndazu sei, solche Thaten zu thun. 34. Das Scligpreisen undGlückseligp reise n endlich ist zwar im Verhältnisse zu einanderdasselbe, aber im Verhältnisse zur Lobrede und zum Enkomion nichtdasselbe, sondern wie die Glückseligkeit die Tugend, so schließt auchdas Glückscligpreisen schon diese beiden in sich ').

35. Ein gemeinsames Feld hat dagegen die Lobrede und dieberathende Rede. Denn was man beim Rathgeben empfehlen dürfte,das wird durch bloße Umwandlung des Ausdrucks zu Lobsprüchen. 36. Wissen wir also, was man thun muß, und wie beschaffen mansein muß, so brauchen wir nur das, was wir so als Vorschrift undLehre hinstcllen, im Ausdruck zu ändern und anders zu wenden. Z. B.der Satz:Man darf nicht stolz sein auf das, was man durch Glllcks-zufall, sondern auf das, was man durch sich selbst hat," gilt, s o aus-gedrückt, für eine Lehre; aber so gefaßt:stolz war er nicht aus das,

U Aristoteles, der es mit vorhandenen und seinen Lesern und Zuhörernbekannten Theorie» anderer Rhetoriker zu thun hat, gegen theilweise -zupolemisiren scheint, unterscheidet vier Arten der cpideiktischen, auf Loben undPreisen gerichteten Rede, die wir, da wir die Sache selbst nicht haben, nichtgenau den Benennungen nach zu übersehen in, Stande sind. Die erste Art,die Lobrede hat es mit der Tugend, mit der Größe der Tüch-tigkeit zu thun. Die zweite Art, das Enkomion letwa: die

Theaterpreisrede), mit den Leistungen, Werken, Thaten eines Mannes.Die dritte und vierte Art sind der MakariS mo S , d. h. das Seligprei-pr ei fen, und der E uda imo u i s m o s , d. h. das G ln ckfe li gpr e i sen. Beide,sagt Aristoteles, sind, an sich betrachtet, identisch cer läßt also die Unterschiede,welche andere Rhetoriker zu machen pflegten, nicht gelten): aber sie sind nichtidentisch mit den beiden ersten Arten, sondern sie begreifen dieselben vielmehrunter sich. Der, den man glückselig preisen darf, <z. B. der Atride Agamem-non, den Homer so nennt) muß neben asten andern Eigcnschastc» und Gütern,um deren willen er glückselig gepriesen wird, auch zugleich Tugend besitzen undtreffliche Thaten gcthan haben.