Neuntes Kapitel.
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ist, ist schön, und ein tapferer Mann darf sich nicht unterdrücken lassen.
>— 25. Auch Sieg und Ehre gehören zum Schönen; denn sie sinderstrebenswertst, auch ohne daß sic etwas einbringen, und sind Beweisefür ein höheres Maß von Tugend. Ferner: alles Denkwürdige, undzwar um so mehr, je mehr es dieß ist. Ferner: was Einem, wenn erauch nicht mehr lebt, nachsolgt; ferner:Alles was Ehre zur Folge hat;ferner das Ausgesuchte. Ferner ist das, was wir allein haben,schöner, denn es bleibt leichter im Gedächtniß der Meuschen. Ferner:Besitz, der keine Einkünfte bringt ^), denn er ist adliger.— 26. Fer-ner aber ist auch das jedem einzelnen Volke Eigenthümliche schön, so-wie alles, was als Kennzeichen von Dingen gilt, die bei jedem ein-zelnen Volke gepriesen werden: wie z. B. in Lakedämon langes Haartragen für schön gilt, nämlich als Kennzeichen eines adeligfreienMannes, denn mit langem Haar kann man nicht leicht irgend eineArbeit der handarbeitenden Klasse verrichten?). — 27. Ferner:keinerlei Art von niederer Arbeitsthätigkeit treiben, denn zu einemadcligsrcien Manne 3) gehört, daß er nicht zum Dienste eines an-dern lebt.
28. Man kann aber auch die den rechten Benennungen einesGegenstandes nahe verwandten, als vollkommen gleichgeltend, zu Lob
Ehr. Schräder tLomment. p. Il2) trifft das Richtige, wenn er sagt: der hierausgestellte Sah über das Verhalten gegen Feinde sei zwar PPM Standpunkteder reinen Chriffuölehre gottlos, „aber doch äußerst verbreitet in der Wirklich-keit des Lebens!" Aristoteles — das mögen sich die pfäsfischcn Ankläger derMoral des HeidcnthnmS merken, — trägt aber hier eben nur der im Lebenverbreiteren allgemeinen Anschanung der Masse Rechnung, und diese Anschauungist noch heute so ziemlich die selbe, selbst in den gebildeten Klaffen christlicherNationen. Beweis z. B. das moderne Duell!
Villen, Parkgärten, Paläste u. s. >».
2> Man steht, die spartanische Lan ghaarigkeit, welche in neueren Zei-ten deutschthümelnde Narren wieder zvm Zeichen eines „Freien" machen woll-ten, beruhte ans derselben Anschauung des Arbeit sür Schande haltenden Jun-kerthumS, welche jetzt für den ächten Aristokraten krallenhafte lange Nägel anden Händen verlangt, weil solche kein Mensch tragen kann, der seine Händezur Arbeit braucht. — In Athen ahmte die dortige Junkerpartei die spar-tanische Mode nach. Vgl. AristophaneS Wolken V. It. und daselbst dieAusleger.
o- D. h., wie wir sagen, zu einem „Gentleman".