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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Erstes Buch.

und zu thun im Begriff stehen. Daraus bezieht sich, was Alkäosgesagt hatte:

..Ach möcht' was sagen, doch es verbietet mirDie Scham"

Sappho's dichterische Antwort in den Versen:

Wenn Dein Verlange» schön ober edel war',

Nnd nicht Dir schwebt' auf der Zung' ein böses Wort.

So fesselte nicht Scham den Blick Dir,

Sonder» Du sorächest heraus was recht ist" >).

21. Ferner: worüber man in kämpfender Sorge ist, ohne sichdoch zu fürchten; denn ein solches Gefühl empfinden wir in Bezugauf Güter die zum Ruhme führen^). 22. Ferner sind die Tugen-den und Leistungen der pon Natur Tüchtigeren zugleich die schöneren,z. B. die des Mannes schöner als die des Weibes. 23. Fernerdie 3), welche mehr Anderen als uns selbst zu Gute kommen, weßhalbRecht und Gerechtigkeit etwas Schönes ist. - 2-1. Ferner: sichlieber an seinen Feinden rächen und nicht mit ihnenversöhnen 4); denn Vergeltung üben ist gerecht, was aber gerecht

t) Der lyrische Dichter AikäoS aus Mitylene auf LeSboS, ein Lands-mann der berühmten Dichterin Sa ppho (eigentlich Psappha, d. h. die Klare,Leuchtende), besang dieselbe alsdie lächelnde, reine, veilchengelockte Sappho"und richtete sogar an sie mit den hier von Aristoteles angeführten Worten eineArt von schüchterner Liebeserklärung, welche ihm von der vcrheiratheten Fraudie im Texte stehende strenge Abfertigung zuzog. Wir verweisen unsere Leserbei dieser Gelegenheit auf die künstliche Schilderung der berühmtesten und be-gabteste» aller griechischen Dichterinnen in dem Aufsätze;Sappho und diegesellschaftliche Stellung der Frauen bei den Griechen" in H. Kvcchly'S.akademischen Borträge» S. I5S217.

2) Als Beispiele führe» die alten Ausleger an: den ThcmistokleS. den derSiegesruhm des MiltiadeS nicht schlafen ließ Me. Tkiweul. IV, IS); CasarsAusruf in GadeS vor der Bildsäule Alexanders von Makedonien <8uetan. Oae-»ar cp. 7). ,

S) Eigenschaften und Tugenden.

">) In dem merkwürdigen Sittenkvdex der öffentlichen Meinung des grie-chischen Volks, den Aristoteles in diesen Kapiteln der Rhetorik ausstellt, istdieser Sah einer der merkwürdigsten, und die christlichen Ausleger haben nichtermangelt, vor diesem Greuel ein frommes Kreuz zu schlagen. Nur der alte