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Erste« Buch.
steht die Freigebigkeit, denn die freigebigen Leute theilen Andernreichlich mit und streiten mit Niemanden um Geld und Gut, wonachAndere am meisten trachten
7. Definircn wir jetzt die Tugenden einzeln, so ist Gerechtig-keit die Tugend, welche Jedem das Seine gibt und wie cs das Ge-setz bestimmt, während Ungerechtigkeit die Eigenschaft ist, vermögederen sich Einer Fremdes aneignet, gegen das Gesetz.— 8. Tapfer-keit ist die Tugend, durch welche man befähigt ist, schöne Thatcn ingefahrvollen Lagen, wie es das Gesetz befiehlt und im Dienste desGesetzes zu thun; während Feigheit das Gegenthcil davon ist.—9. Mäßig ung ist die Tugend, vermöge deren man sich gegenüberden leiblichen Genüssen so verhält, wie es das Gesetz befiehlt, währendUnmäßigkeit das Gegenthcil davon ist. — 10. Fr cigebig ke itist wohlthätig mit eigenem Gelds, Knauserei das Gegcntheil.—11. Hochherzigkeit ist eine Tugend, die große Wohlthatcn zuerzeigen bestrebt ist, Kleinhcrzigkeit das Gegenthcil. — 12. Groß-artiger Sinn ist eine Tugend, die im Aufwands des VermögensGroßartigkeit zeigt, ihr Gegenthcil find Eng- und Kleinhcrzigkeit.— 13. Klugheit ist eine Tugend des Verstandes, durchweicheman befähigt wird, sich rücksichtlich der oben genannten Güter undUebel in Bezug auf seine Glückseligkeit wohl zu berathen.
14. Damit hätten wir nun über Tugend und Laster im All-gemeinen und über ihre einzelnen Theile nach Maßgabe des gegen-wärtigen Bedürfnisses genug gesagt; über das Weitere aber zurEinsicht zu gelangen , ist nicht schwer. Es liegt nämlich auf derHand, daß Alles, waS Tugend hervorbringt, schön ist (denn es gehört
p) Die hier genieinte Tugend ist die antike und moderne Kavalier«»tagend. Denn der „Kavalier", der „Gentleman", achtet sein Geld nicht, gibtreichlich und ist Niemande« Konkurrent im Gelderwerb. Da« antike Mustereine« solchen war Alkibiadc«.
D- h. über da«, wa« außer den besprochenen Tugenden und Laster»für tugendhaft und lasterhaft, für schon und häßlich zu halten sei- ES werden»UN im Folgenden 22 GcßchtSpunkle aufgestellt, »ach welchen etwas, insofernes schön und tugendhaft ist, al« lobenSwerth erscheint. Dgl. Biese It,