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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
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63
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Siebentes Kapitel

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Jugend sei aus der Stadt gerade so genommen, wie wenn der Früh-ling aus dem Jahre genommen würde"- 35. Ferner: Alles was ingrößerem Bedürfniß nützlich ist, z. B. was nützlich ist im Alter undin Krankheiten. Ferner: dasjenige von zwei Dingen, was dem End-zweck näher steht, sowohl sür das betreffende Individuum, als über-haupt. Ferner: das Mögliche steht höher als das Unmögliche, denndas Eine steht bei uns, das andere nicht. Ferner: was zum End-zwecke des Lebens gehört, denn das zum Endzweck Gehörige ist selbstmehr Zweck.

36. Ferner: was die Wirklichkeit bezweckt, steht höher, als wasden Schein. Der Begriff des auf den Schein Gerichtetenist nämlich, daß es etwas ist, was Einer bei der Aussicht, unbemerktzu bleiben, nicht wählen würde. Darum kann man auch in gewisserHinsicht sagen: Wohlthaten empfangen sei wünschenswerthcr, alsWohlthaten erzeigen; denn das Erstere wird angenommen werden,auch wenn cs unbemerkt bleibt, während man schwerlich sagen kann,daß Einer cs vorziehen dürfte unbemerkt Gutes zu thun. 37. Fer-ner: was man lieber sein als scheinen mag; denn es ist da mehr umdie Wirklichkeit der Sache zu thun. Darum heißt es auch bei denLeuten: Gerechtigkeit sei nichts Besonderes, weil man lieber denSchein als die Wirklichkeit derselben haben möge, was bet dem Ge-sundsein anders sei. 38. Ferner: was zu vielen Dingen nützlicherist, z. B. was zum Leben, zum Gutleben, zum Genüsse, zum Voll-bringen edler Werke nützlicher ist. Darum gelten auch der Reich-thum und die Gesundheit allgemein für das Höchste, weil in ihnenalle diese Dinge inbegriffen sind. 39. Ferner: was mit wenigerUnlust und zugleich mit Lust verbunden ist; denn hier ist mehr alsein Vorzug, indem man sowohl an der Lust ein Gut hat, als an derFreiheit von Unlust.

6 Die von Aristoteles hier und weiterhin im dritten Buche Kap. >0eiterten berülnuteu Worte aus der von PeriklcS gehaltenen Leichenrede auf diegefallenen Athener finde» sich nicht in der pvn Thueydide« II, 35 ff. uns er-haltenen Pcrikleischcn Rede, was wohl daher kommt, weil PerikleS selbst nichtsSchriftliches yinterlasscn und herausgegeben hatte. Bgl. C. Spengel, 8>n->gog°Leetin. p. 6163.