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Erstes Buch.
nicht Einer den Rath dazu gegeben hätte; und umgekehrt in seinerAnklage gegen Chabrias behauptete: der, der die That gethan, habemehr verbrochen, als der, der den Rath dazu gegeben. Denn dieSache würde gar nichtgcschehen sein, wenn nicht Jemand da gewesenwäre, der bereit war den Rath auszuführen; denn nur dazu entwerfeman Plane, damit Leute sie ausführten.
14. Ferner: das Seltenere (ist ein größeres Gut), als das Häu-fige, wie z. B. Gold höher steht als Eisen, obschon cs minder nütz-lich ist; sein Besitz ist nämlich etwas Höheres, weil er schwieriger ist.Dagegen steht andererseits wieder das reichlich Vorhandene höher alsdas Seltene, weil die Nutzbarkeit desselben höher steht. Denn das„oft" steht höher als das „selten". Daher heißt es auch:
„Das Beste ist Wasser" t).
15—16. Ferner steht überhaupt das Schwerere höher als dasLeichtere, weil es ein Selteneres ist; andererseits aber auch das Leich-tere höher als das Schwerere, weil es so ist wie wir es wünschen.Ferner dasjenige, dessen Gegentheil größer ist, und dasjenige, dessenEntbehrung größer ist. Auch jede Tugend ist größer, als was keine,und jedes Laster, als was keins ist; denn elftere find Zwecke 2), letztereaber nicht.
17. Ferner: Alles, dessen Wirkungen mehr Ehre oder mehrSchande bringen, ist selbst größer, und alle Wirkungen, die aus größerenLastern oder Tugenden hervorgehen, sind selbst größer; denn wie dieUrsachen und Anfänge, so verhalten sich auch die aus ihnen hervor-gehenden Erfolge, und wie sich die Erfolge verhalten, so auch derenUrsachen und Anfänge. — 18. Ferner: Alles, dessen Mehrbesitz wün-schenswerther oder ehrenvoller ist; z. B. scharfschcn ist wünschcns-werthcr als scharsriechen, so auch der Gesichtssinn wünschenswertster
1) Der bekannte Anfang von Pindar'S erster vlympischer SiegcShymne.„Da der Dichter unmittelbar darauf das Gold rühmt, so hat Aristoteles mitdiesem Citat vielleicht ein Beispiel z» den zwei Kategorien geben wollen: daßman nämlich ebensowohl sage» kan», das im Ueberflusse Vorhandeneund das Seltene sei ein Gut, und hat eben nur, nach seiner Weise, bloLdie ersten Worte der Stelle citirt." Noth.
2) Nämlich: für alles Thun und Lassen.