Sechstes Kapitel.
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vieles andere erstreben: Gere chtigkeit, T ap fer keit, Beson-nenheit, Edelherzigkeit, Hochsinn und alle andern Eigen-schaften dieser Art, denn sie sind Tugenden der Seele; ferner Ge-sundheit, Sch önh eit und dergleichen, denn sie sind Tugendendes Körpers und bringen viele Güter hervor, wie z. B. die Ge-sundheit Lust und Leben hervorbringt, weßhalb sie auch als das edelsteGut gilt, weil sie die bewirkende Ursache von zwei bei aller Welt inhöchstem Ansehen stehenden Dingen ist, von Lust und Leben. Reich-thum, denn er ist die eigentliche Tugend des Besitzes und bringtviele Güter hervor'). Ein Freund und Freund scha ft, denn einFreund ist einmal an und für sich etwas Erstrebenswerthes und so-dann Ursache vieler guter Dinge. Ehre und An sehn, denn siesind nicht nur an sich angenehm, sondern auch Ursache vieler gutenDinge, und in der Regel ist damit das Vorhandensein dessen, umdcssentwillen einer geehrt wird, verbunden. Begabung zum Redenund zum Handeln, denn alles dieses kann Gutes bewirken. Fernerendlich: Genie, Ged ächtn iß, ein leicht er Kopf, Sch arfsinnrc. ec., denn alle diese Eigenschaften haben die Kraft Gutes zu be-wirken. Desselbigen gleichen alle Wissenschaften und dieKünste, ferner das Leben, denn dasselbe ist und bleibt an undfür sich wünschenswerth, auch wenn kein anderes Gut aus ihm folgte.Ferner das Gerechte, denn es ist ein Nützliches für das Gemein-wesen. Dicß also sind etwa die allgemein anerkannten Güter.
18 — 20. Ueber die zweifelhaften dagegen geben Schlüssefolgender Art die Entscheidung: wovon das Gegentheil einUeb cl ist, d as ist cin Gut; ferner auch: wovon das Gegen-theil unfern Feinden von Nutzen ist. Z. B. wenn Feigheitder Bürger einer Stadt vorzugsweise vorteilhaft für deren Feindeist, so geht daraus hervor, daß Tapferkeit vorzugsweise nützlich istfür die Bürger. Und überhaupt alles, was die Feinde wünschen, oderworüber sie sich freuen, davon ist das Gegentheil für uns nützlich.Sehr gut gesagt ist daher das Homerische:
.Traun, wohl möchte das PriamvS freu» 2) —
1) Denn erst der Reiche kann den Besitz voll benützen.
2) Homer Ilias I, 2SS, wo der alte Nesivr scheltend von dem Hader
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