Druckschrift 
2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

52

Erstes Buch.

Es ist dieß jedoch nicht immer, sondern nur meistcntheils der Fall,denn es kann sehr wohl bisweilen für Freund und Feind dieselbeSache nützlich sein, wcßhalb man zu sagen pflegt:Das Unglückführt die Menschen zusammen;" nämlich in Fällen, wo ein und das-selbe beiden Thcilen schädlich ist.

2122. Ferner: wovon es kein Uebermaß gibt,das ist ein Gut, was aber größer ist, als cs sein muß, das ist einUebel. Ferner: wofür viel gearbeitet'und ausgcwendetworden ist. Denn ein solches erscheint bereits >) als ein Gut undwird als Zweck angesehen, und zwar als Zweck vieler Mittel, derZweck aber ist ein Gut. Eine solche Schlußfolgerung liegt in denWorten des Dichters:

Ließe ma» so dem PriamoS Ruhm-)"

sowie in den Worten:

Schmachvoll wär'S hier so lange zu sein 5z

und in dem Sprichworte, welches lautet:Den Krug an der Thürezerbrechen^).

23. Ferner: das wonach Viele streben, und was alsleidenschaftlich begehrt erscheint; denn nach unserer obigen Bcstim-

zwischen Agamemnon und Achill sagt: derselbe werde ein Labsal sein für Pria-moS und die Seinen.

Dießbereits" ch'ckiz) hieße so viel alsindem mau dafür viel an-bletet und aufwendct.

2) Homer JkiaS II. v. >S0. Von dieser, wie von der folgende» Stelleaus Homer, führt Aristoteles nur die AnfangSwvrte an, weil jeder griechischeLehrer sofort das Weitere auswendig wußte. Die Schlußfolgerung, deren sichdie Griechenfreundin Hera in der angeführten Stelle bedient, wo sie gegenAthene ihren Verdruß ausspricht, daß die Griechen, müde der langen vergeb-lichen Kriegsarbeit, unverrichteter Sache in die Heimat zurückzichen wollen,ist dieser: Für den Zweck, Rache zu nehmen an den. Manne wegen desRaube« der Helena, sind schon so viele Opfer gefallen, folglich wäre es schmach-voll ihn aufzugeben. Dasselbe Naisonncment braucht in der folgenden StelleOdysseus.

3) Homer, Ilias II, 2S8.

Nämlich: nachdem man ihn mit vieler Mühe gefüllt bis dorthin ge-tragen hat.