Erstes Buch. Fünftes Kapitel.
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12. Stärke ist das Vermögen, etwas anderes nach Beliebenzu bewegen. Dies Bewegen eines anderen geschieht aber notwen-dig entweder durch Ziehen oder durch Stoßen oder durch Hebenoder durch Niederdrücken oder durch Zusammenpressen, sodas; alsoder Starke entweder in allen diesen Kraftäußerungen oder ineinigen derselben stark ist.
13. Vorzug der Größe ist, daß einer die meisten Menschenan Länge, Körperumfang und Breite übertrifft, doch nur in den:Maße, daß solches Überragen seine Bewegungen nicht schwerfälligmacht.
14. Das Geschicktsein des Körpers zu Leibesübun-gen beruht aus Größe, Stärke und Schnelligkeit; auch der Schnelleist ja stark. Denn wer imstande ist, seine Schenkel auf eine gewisseWeise zu werfen und schnell und weit zu bewegen, ist ein guterLäufer; wer zusammendrücken und festhalten kann, ist ein guterRinger, wer mittelst eines Schlages fortstoßen kann, ein guterFaustkämpfer; wer beides letztere vermag, ein guter Pankratia'st,wer alles zusammen, ein Fünfkämpfer.
15. Glückliches Alter ist spätes Eintreten des Greisen-alters, verbunden mit Freiheit von Beschwerden; denn wer schnellergreift, der ist ebensowenig ein glücklicher Greis, als der, welcherzwar spät, aber unter Beschwerden Greis wird. Es gehören zu den-selben ebensowohl körperliche Vorzüge als Glück; denn wenn einernicht von Krankheit verschont und nicht kräftig ist, so kann er nichtohne Leiden und ohne Beschwernisse bleiben, auch wenn er dabei zuhohen Jahren kommt, und andererseits dürfte es ohne Glück un-möglich sein, so^ zu bleiben. Es gibt freilich auch außer Kraftund Gesundheit noch eine Anlage zu langem Leben, denn es gibtviele, die auch ohne die genannten Vorzüge des Körpers langlebigsind. Allein die genauere Erörterung dieses Gegenstandes ^ ist hierzu nichts nütze.
1. So, d. h. ohne Krankheit und immer kräftig.
2. Aristoteles behandelt denselben in der kleinen Schrift: „Über Lang-und Kurzlebigkeit" (in den sogenannten „Kleinen naturwissenschaftlichenAufsätzen"), welche von Zell hcrausgegeben ist.