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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Aristoteles, Redekunst.

geizigen, weil cs für beide Befriedigung in sich Hut. Denn cs isteinerseits Besitz, wonach die Habsüchtigen, und schließt andererseitsEhre in sich, wonach die Ehrgeizigen trachten.

10. Hauptvorzug des Körpers ist Gesundheit, d. h.eine Gesundheit von der Art, daß man bei Freiheit von Krankseinsich im völligen Gebrauche seines Körpers befindet; denn viele sindnur auf die Art gesund, wie man von Hero'dikos erzählt die keinMensch wegen ihrer Gesundheit glücklich preisen wird, weil siegenötigt sind, sich aller oder doch der meisten menschlichen Genüssezu enthalten.

11. Die Schönheit ist für jedes Lebensalter eine andere.Des Jünglings Schönheit besteht darin, daß er einen Körper hat,der zu den Anstrengungen seines Alters, sowohl zu denen, dieSchnelligkeit, als zu denen, die Kraft erfordern, geschickt ist, wäh-rend er selbst einen genußreichen Anblick gewährt. Darum sinddie Fünfkämpfer' die schönsten, weil in ihnen sich Stärke undSchnelligkeit in natürlicher Harmonie vereinigen. Des reifenMannes Schönheit besteht darin, daß sein Körper tüchtig zu krie-gerischen Anstrengungen ist und seine Erscheinung Anmut mitFurchtbarkeit verbindet. Des Greises Schönheit endlich bestehtdarin, daß sein Körper den notwendigen Anstrengungen noch ge-wachsen und zugleich ohne Beschwerden ist, weil er nichts von deman sich hat, wodurch das Alter verkümmert wird.

1. Herodikos von Selynnbria, ein Arzt, berühmt als Lehrer derGymnastik (Pla'ton, Prota'goras, S. 316 bi), und zwar namentlichder heute sogenannten Heilgymnastik, die er selbst sehr kränklichmit der Diäte'tik verband. Seine Hauptknr verrichtete er damit an sichselbst, indem er es bei einem sehr elenden Körper, der ihn zwang, sich fastjeden Genuß deS Lebens zn versagen, zu hohen Jahren brachte, worüberihn Platon (Staat III, S. 306 L. L) bitter tadelt, der solches Ver-längern eines unheilbar kranken Lebens für etwas Unwürdiges hält. (Vgl.Prinsterer, UrosoxoArapkiaklatonioa, Leyden 1823, S. 195). Ähnlichäußert sich der Verfasser des (dem Ta'citus zugeschriebenen) Dialogesüber alte und neue Beredsamkeit, Kap. 23, K 4.

2. Fünskämpfer (UoMtatllloi) hießen die Jünglinge, welche in denfünf Kampf- und Übnngsweisen, deS Sprungs, Laufs, Diskuswurfs,Speer Wurfs und deS Ringens gleichmäßig ausgebildet waren. S.Krause in Pauly'S Realencyklopädie III, S. 1012 ff.