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Aristoteles, Redekunst.
16. Was Besitz zahlreicher und rechtschaffenerFreunde ist, ergibt sich, wenn man den Begriff des Freundesfesthält, daß derselbe ein solcher ist, der dasjenige, was nach seinerMeinung für den andern* ein Gut ist, um dieses andern willen zubewirken strebt. Wer demnach viele solche hat, ist ein Vielbefreun-deter und, wenn es obenein rechtschaffene Menschen sind, ein Recht-befreundeter?
17. Gutes Glück endlich besteht darin, das; einer die Güter,welche der Glückszufall verleiht, entweder alle oder zum größtenTeil oder die wichtigsten derselben erlangt und dauernd behält. DerGlückszufall verleiht zwar hier und da auch Güter, welche ebenso-wohl das bewußte Streben ^ hervorbringt, aber doch auch viele, beidenen das letztere nichts vermag, z. B. alle Güter, welche in der Re-gel die Natur gibt, die aber möglicherweise auch der Natur zumTrotze erlangt werden können. So z. B. kann Gesundheit Resultatder Kunst sein, Schönheit und Größe aber nur Gabe der Natur.Im ganzen genommen sind alle diejenigen Güter Gaben des Glücks-zufalls, an welche sich der Neid hängt. Auch die gegen alle vernünf-tige Erwartung uns zu teil werdenden Vorzüge sind Gaben desGlückszufalls, z.B.: wenn alle Brüder häßlich sind und dieser eineist schön, oder: wenn alle anderen den Schatz nicht sahen, dieser eineaber ihn fand, oder: wenn der Schuß seinen Nachbar traf und ihnnicht, oder: wenn einer dies einzige Mal allein nicht des Wegesging, während er sonst denselben immer zu machen pflegt, und dieandern, die ihn nur dies einzige Mal gingen, umkamen. Alle solcheDinge gelten nämlich allgemein für Glücksfälle.
Über die Jugend^ endlich wird, weil doch ihre eigentüm-
1. Für seinen Freund.
2. Man hat seine Not mit der Kürze der griechischen Ausdrücke„Poll/philos" (Einer, der viele Freunde Hatsund „Chresto'philos" (Einer,der gesegnet ist durch Freunde, die brave Männer sind); und doch ist esnotwendig, diese Ausdrücke ohne Umschreibung wiederzugeben, da sie, wieman ans dem achten und neunten Buche der Nikoma'chischcn Ethik sieht,stehende philosophische Kuustansdrücke sind.
3. Aristoteles sagt: „die Kunst".
4. D. h. über die geistigen Vorzüge.