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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
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Erstes Buch. Fünftes Kapitel.

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4. Ist nun die Glückseligkeit ein solches Ding, so ergeben sichals ihre Bestandteile notwendig: edle Geburt, Besitz zahlreicherFreunde und rechtschaffener Freunde, Reichtum, Glück mit Kindernund Reichtum an Kindern, ein glückliches Alter, dazu die körper-lichen Vorzüge, als da sind: Gesundheit, Schönheit, Starke, Größe,Gewandtheit zu Leibesübungen, Ruf, Ansehen, gutes Glück, Tugendfnatürlich auch die Teile derselben: Weisheit, Tapferkeit, Gerech-tigkeit, Mäßigkeit^; denn auf diese Weise ist der Mensch ohneZweifel der vollständigst befriedigte, wenn er sich zu gleicher Zeitim Besitz der ihm selbst persönlich anhaftenden und der äußerenGüter befindet; andere Güter außer diesen gibt es nämlich nicht.Persönlich dem Individuum anhaftend sind die mit seinem Geisteoder mit seinem Körper verbundenen; äußerlich dagegen sind: Adelder Geburt, Freunde, Besitz, Ansehen. Fmier gehört nach unsererAnsicht dazu: politischer Machtcinfluß und Glück, denn dadurchwird die Sicherheit des Lebens vollendet.

Betrachten wir nun ebenso jedes dieser Momente im einzelnen,was es ist.

5. Also: edle Abkunft ist für ein Volk oder eine Stadt,daß ihre Angehörigen Ureingeborcnc oder Alteingesessene sind, daßihre ersten Anführer berühmt gewesen und daß aus ihrer Mitteviele hervorgcgangen sind, die sich durch allgemein gefeierte Thatenberühmt gemacht haben. Bei Einzelnen ist edle Abkunft, teilsvon männlicher, teils von weiblicher Seite, und eheliche Geburtvon beiden und daß, wie bei der Stadt, die ersten Urahnen aus-gezeichnet gewesen sind entweder durch Tugend oder Reichtum odersonst durch eine hochgehaltene Eigenschaft und daß das Geschlechtviele berühmte Personen, Männer wie Frauen, Junge und Alte,aufzuweisen hat.

6. Glück mit Kindern und Reichtum an Kindern er-klären sich selbst. Ein Gemeinwesen hat Glück mit Kindern, wennseine Jugend zahlreich und tüchtig ist, tüchtig an Vorzügen desLeibes, an Größe, Schönheit, Stärke, Gewandtheit zu Leibes-

l. Die eingeklammerten Worte fehlen in mehreren Handschriften, undsind ohne Zweifel eine müßige Randbemerkung eines späteren Lesers.