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Aristoteles, Redekunst.
Soviel über dos Hauptsächlichste, was der Redner innehoben muß, welcher beratend auftreten will. Woher er ober dieMittel zu nehmen Hot, um sowohl über diese, als über olle anderenhier in Frage kommenden Dinge zu- oder abzurcden, dos wollenwir jetzt besprechen.
Fünftes Kapitel.
1. Man kann sogen, sowohl jeder einzelne für sich als jedeGesamtheit hat ein bestimmtes Ziel, durch welches ihr Wahlenund ihr Meiden bestimmt wird, und zwar ist dieses, um es sum-marisch zu bezeichnen, die Glückseligkeit^ und ihre Teile.
2. Sagen wir daher zu besserer Deutlichkeit so einfach wiemöglich, was Glückseligkeit ist, und welches ihre Teile sind. Denn ausdie Glückseligkeit und aus das, was sie fördert oder was ihr entgegenist, beziehen sich durch die Bank alle an- und abratenden Reden.Nämlich: was uns zu ihr oder zu irgendeinem ihrer Teile ver-hilft oder ihn aus einem geringeren zu einem größeren macht, dassoll inan thun; was aber zerstörend oder hindernd auf sie einwirktoder gar das Gegenteil^ hervorbringt, das soll man nicht thun.
3. Nehmen wir also an, die Glückseligkeit sei: „Wohlfahrtmit Tugend verbunden" oder: „volles Selbstgenügen der Bedürf-nisse des Lebens" oder: „das freudenreichste und zugleich in seinemGlücksbestande gesicherte Leben" oder: „ein blühender Zustand vonLeib und Gut, verbunden mit dein Vermögen, diese Güter zu be-wahren und zu erwerben" — denn auf eine oder auf mehrere dieserDinge laufen so ziemlich alle diese Definitionen der Glückseligkeitübereinstimmend hinaus?
1. Vgl. Biese II, S. 260.
2. Von ihr oder ihren Teilen.
3. Vgl. Biese II, S. 253 ff. Es liegt am Tage, daß Aristoteles diesevier Definitionen hier nur als solche anführt, welche als die populärstenund verbreitetsten gelten konnten, während er selbst in seiner Ethik (I, 10)sich nur für eine entscheidet.