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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Aristoteles, Redekunst.

Übel insgesamt, sondern eben nur diejenigen sind, welche mög-licherweise eintreten oder nicht eintretcn können. Alle diejenigendagegen, welche mit absoluter Notwendigkeit entweder schon dasind oder eintretcn werden oder deren Vorhandensein oder Ein-treten unmöglich ist die sind natürlich nicht Gegenstand derBeratung. 3. Ebensowenig sind es offenbar alle diejenigen, welchein das Gebiet des Möglichen gehören; denn es gibt gewisse, teilsaus der Natur, teils vom Glück entspringende Güter unter denen,welche ebensowohl möglich als nicht möglich sind, über welche allesBeraten nutzlos ist sondern es sind vielmehr offenbar nur allediejenigen, worüber ein Mitsichzurategehen überhaupt möglich ist.Von dieser Art nun sind alle diejenigen, die ihrer Natur nach sichauf uns selbst zurückführen lassen und deren Grund des Werdensin unserer Macht liegt. Denn wir bedenken uns nur so lange,bis wir gefunden haben, ob für uns etwas möglich oder unmöglichzu bewerkstelligen ist.

4. Einzeln nun genau aufzuzählen und nach Gattungen zuscheiden, worüber die Menschen alles zu verhandeln pflegen, unddazu noch anzugeben: wieweit es möglich sei, darüber stichhaltigwahre Bestimmungen festzusetzen, habe ich inBetracht derNatur dergegenwärtigen Vorlesung nicht nötig, einmal, weil dies nicht in dieRheto'rik, sondern in eine tiefere und mehr aus philosophische Wahr-heit gerichtete Wissenschaft gehört, und zweitens weil ihr (derRhetorik) bereits schon viel mehr Stoff überwiesen worden ist, alsin das ihr eigentümliche Gebiet gehört. 5. Denn was wir bereitsfrüher ausgesprochen haben, ist thatsächlich wahr, daß nämlich einer-seits die Rhetorik aus der Wissenschaft der Analy'tik und aus derpolitischen E'thik besteht und daß sie andererseits teils der Dia-le'ktik, teils der Sophi'stik ähnlich ist. 6. Sobald nun aber jemanddie Dialektik oder die Rhetorik nicht als Fähigkeiten, sondern alsWissenschaften hinzustellen sich beikommcn läßt, wird er durch alles,was er dazu thut, nur unvermerkt ihre wahre Natur unkenntlich

I. Die richtige LeSart TwXXw re (statt vi), welche F. A. Wolf alsdie richtige vermutet, wird bestätigt durch eine Handschrift I. BekkerS,der sie hätte aufnehiucn müssen.