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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Aristoteles, Redekunst.

übrige auch hier nur als Hilfsmittel zu ihren Zwecken herbeiziehen.Für die Redner endlich, welche es mit Lob und Tadel zu thuuhaben, ist es der Begriff der Ehre oder Uuehre, denn alles anderewird auch hier nur eben auf diese Gesichtspunkte bezogen.

6. Das; jede Redegattung wirklich den von mir angegebenenbesondern Endzweck hat, dafür gibt es ein sicheres Kennzeichen.Nämlich: über die anderen* werden sie in manchen Fällen gar nichtverschiedener Ansicht sein, z. B. der Angeklagte ^ wird nicht be-haupten, die ihm zur Last gelegte Sache sei nicht geschehen und habekeinen Schaden verursacht, während er dagegen nun und nimmer-mehr zugeben wird, das; er im Unrecht sei, denn sonst wäre ja garkein Prozeß nötig. Ebenso geben auch die beratenden Redner invielen Fällen alles andere bereitwillig preis, aber nimmermehrwerden sie zugestehen, das; das, wozu sie raten, unzuträglich sei,oder das; sie von etwas abraten, was nützlich sei. Dagegen küm-mern sie sich kein Haar darum, das; es uicht gerecht sei, Grenznach-barn und Leute, die sich in nichts vergangen haben, zu unterjochen.Und ganz ebenso sehen auch die Redner, die cs auf Lob oder Tadelabsehen, nicht darauf, ob einer Nützliches oder Schädliches gethanhat, ja sie rechnen es in vielen Fällen ihm sogar zur Ehre, daßer mit Hintansetzung des für ihn Vorteilhaften etwas Edles gethanhat; zum Beispiel: sie loben den Achilleus, das; er für seinenFreund Pa'troklos in den Kampf gezogen ist, obschon er wußte,das; er dann sterben müsse, da es doch von ihn: abhing zu leben.Für ihn aber war der Tod ehrenvoller, während das Leben nurein Vorteil für ihn war.

7. Es erhellt aus dem Gesagten: erstens, das; inan not-wendig für diese verschiedenen Redegattungen die rednerischen Be-weisgründe sich zu eigen machen muß das heißt dieBeweis-zeichen", dieWahrscheinlichkeiten" und dieAnzeichen", denn diesesind rednerische Beweisgründe. Denn wie überhaupt ein Syllo-gismus aus Beweisgründen besteht, so ist das Enthymem ein Syllo-gismus, der aus den vorgenannten Beweisgründen zusammengesetzt

1. D.h.über die beiden für die anderen Gattungen angegebenenZwccke".

2. Oder der für ihn sprechende Redner.