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Aristoteles, Redekunst.
nehmen sind. Ich nenne Fächer die auf einzelne Gattungen vonMaterien beschränkten eigentümlichen Beweissätze, Topen dagegendie auf alle gemeinsam anwendbaren Gesichtspunkte. Wir wollennun zuerst von den Fächern handeln. Zuvörderst aber wollen wirdie Gattungen der Beredsamkeit behandeln, um, nachdem wir siecingeteilt und aufgezählt haben, für dieselben ihre bestimmtenGrundelemente und Beweissätze festzustellcn.
Drittes Kapitel.
1. Die Beredsamkeit zerfällt in drei Arten, wie auch die Zu-hörer der Reden sich in ebensoviele Klassen sondern. Es gehörtnämlich dreierlei zu einer Rede: einer, der redet, ein Gegenstand,über den er redet, und jemand, zu dem er redet, und dieser —nämlich der Zuhörer, ist das Ziel, das er im Auge hat.
2. Der Zuhörer ist nun notwendig entweder bloß ein desKunstgenusses wegen Zuhörender oder einer, der urteilen soll, undzwar urteilen über Dinge, die geschehen sind, oder über Dinge,die geschehen sollen. In der Wirklichkeit ist so zum Beispiel der,welcher über Dinge, die geschehen sollen, zu urteilen hat, ein Mit-glied der Volksversammlung; der, welcher über Dinge, diegeschehen sind, zu urteilen hat, Richter; der endlich, welcher bloßüber die Kraft des Redners urteilt, der Zuhörer von rein künst-lerischem Interesse.
3. Hieraus ergeben sich mit Notwendigkeit drei Gattungen *von rednerischen Vortrügen: die beratende, die gerichtliche
der feinsten Beobachtungsgabe verbunden ist, und entwickelt namentlich inder Behandlung der 7r«tly einen reichen Schatz psychologischer Bemerkungen,indem er in die geheimsten Falten des menschlichen HerzenS dringt. DieAngabe der verschiedenen Gesichtspunkte ist, dem empirischen Standpunktgemäß, mehr äußerlich gehalten, daher keine systematische Vollständigkeiterzielt, sondern nur darauf gesehen wird, dem Redner ein reiches Materialfür seine Zwecke an die Hand zu geben." Biese.
I. Vgl. Ci'cero, Vom Redner, II, Kap. 10; Quintilian III,Kap. 4.