Erstes Buch. Zweites Kapitel.
33
der Gesichtspunkt des Mehr und Minder, denn aus diesem kann manganz ebensowohl einen Schluß als einEnthyme'm*bildenüberGegeu-stände des Rechts oder der Natur oder über was es sei, obschondiese Gegenstände der Art nach verschieden sind. Eigentümlich-besondere dagegen sind alte diejenigen Gesichtspunkte, welche aussolchen Sätzen abgeleitet werden, die den speziellen Arten und Gat-tungen ausschließlich angehören? Zum Beispiel: im Gebiete derPhysi'k gibt es Sätze, aus denen kein Schluß und kein Enthymemzu bilden ist für Gegenstände aus dem Gebiete der E'thik, und ebensowieder in dieser Sätze, aus denen man dasselbe für Gegenständeder Physik nicht kann, und ebenso in allen Gebieten.
Nun werden zwar jene ersteren^ dem Hörer in keinem einzigenWissensfache irgendeine Einsicht geben, denn sie haben es mit garkeinem bestimmten Inhalte zu thun. Von diesen letzteren dagegenist zu sagen, daß, je besser der Redner seine Sätze auszuwühlenversteht, er um so eher ein anderes von der Diale'ktik und Rheto'rikverschiedenes wirkliches Wissen zu Wege bringen wird. Denn trifftcs sich, daß er auf wirkliche Prinzipien zu reden kommt, so wirder dann nicht mehr Dialektiker oder Rhetoriker sein, sondern waser sagt wird derjenigen Wissenschaft angchören, deren eigen-tümliche Prinzipien er behandelt.
22. In der That aber werden die meisten Enthymeme ausder letzteren Gattung, der des Einzelnen und Eigentümlichbeson-deren, gebildet, weniger aus den allgemeinen Gesichtspunkten. Essind also, wie in der To'pik, so auch hier bei den Enthymemen dieFächer^ und die Topen zu unterscheiden, aus denen sic zu ent-
1. „Das Eigentümliche (r« Ki«) bezieht sich ans die Prinzipien,welche den einzelnen Wissenschaften ausschließlich angehören." Biese II,S. 582; vgl. I, 128.
2. Nämlich die allgemeinen rhetorischen und dialektischen Schlüsse.
3- D. h. die auf einzelne Materien beschränkten eigentümlichen Be-weissätze, wie die im Kap. 6 aufgczählten über das, was ein,Gut sei, dasBesondere und Konkrete (rä s. Biese II, 582. — „Über den hiergemachten Gegensatz zwischen Fächern und Topen vgl. Rhetorik II, 18;II, 22; III, 1. Aristoteles beweist in der Angabe solcher allgemeinen nndbesonderen Gesichtspunkte die Virtuosität der wahren Empirie, die mit
'Der Laut, hinter dem daS Zeichen ' steht, hat den Ton: Deu'tschland isther n'ileS.
Is»n,,Usch,idtich-B.,r.u.röm.ül.: Bd.81; Sf-,. 19.1 Art st o t eleS II. Z