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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
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Erstes Buch. Zweites Kapitel.

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zwar das Beispiel als Induktion, dasEnthymcm als Schluß; undzweitens müssen sie aus wenigen Sätzen bestehen, ja in vielenFällen aus noch wenigeren bestehen, als der erste Syllogismus?Wenn nämlich etwas davon ein allgemein Bekanntes ist, so brauchtes der Redner gar nicht erst auszusprechcn, denn der Zuhörer denktes sich von selbst hinzu. Zum Beispiel: um zu sagen, daß Do'-rieus^ in einem Kranzwettstreite Sieger gewesen ist, genügt eszu sagen, daß er einen olympischen Sieg gewonnen hat, und manhat nicht nötig hinzuzusetzen, daß der olympische Sieg ein Kranz-sieg ist, denn das wissen alle.

14. Da nun aber die rhetorischen Schlüsse nur in seltenenFüllen aus absolut notwcndigenVoraussetzungen abgeleitet werden, denn die meisten Fälle, um deren Entscheidung und Erwägunges sich handelt, sind solche, wo die Sache sich auch anders ver-haltenkann, weil das, was Menschen thun, Gegenstand derBeratungund Erwägung ist, also lauter Dinge, die unter die ebenbezeichneteGattung fallen und von denen so zu sagen nichts in die Kategorieder Notwendigkeit gehört, und da ferner alles, was eben nurmeistenteils eintrifft und sein kann, auch wieder notwendig nuraus Dingen ähnlicher Art gefolgert werden kann, während das Not-wendige aus dem Notwendigen gefolgert werden muß (wie wir dasgleichfalls aus der Analytik^ wissen): so liegt es am Tage, daßdasjenige, woraus die Enthememe gebildet werden, zwar einesteilsdas Notwendige, andcrnteils aber, und zwar in der überwiegendenMehrzahl der Fälle, das meistenteils sich so Verhaltende

1. S. Biese I, S. 138.

2. Der Sohn des Dia'goras von Nho'dos und, wie sein ganzes alt-adeliges Geschlecht, durch zahlreiche Siege in allen helleäiischen Festspiel-kämpfen hochberühmt. Für die Diagoridcn war zu Oly'mpia ein eigenerRaum bestimmt, der ihren Siegerstatuen Vorbehalten war (Pausa'nias VI,7, 1). Dorieus selbst hatte zu Olympia drei Siege gewonnen und nochöfter in den neme'ischen, Py'thischen und isthmischen Festspielkampfcn denPreis davongetrageu. S. Krause, Olympia, S. 275. Über die Ein-teilung der Wettkämpfe inKranzwettkämpfed.h. solche, wobeider Preis, wie in den olympischen, ein Kranz war, und in solche, wo derselbein irgend einem Wertstücke bestand, s. Krause a. a. O., S. 68.

3. Erste Analytik I, 27 am Ende. Vgl. Biese I, 225, Anmerkung 3.