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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
Entstehung
Seite
28
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Aristoteles, Redekunst.

gesund ist dies nämlich ist das spezifisch der Wissenschaft eigen-tümliche, während dagegen das Einzelne unendlich und nicht wissen-schaftlich zu behandeln ist. Aus diesem Gcdankengange ergibt sichnun, daß auch die Rhetorik nicht das speziell einem Einzelnen, wieeinen: Sokrates oder Hi'ppias, als einleuchtend Geläufige zu be-trachten haben wird, sondern dasjenige, was so und so beschaffenenMenschen überhaupt einleuchtend und geläufig ist, gerade wie auchdie Dialektik. Denn auch diese bildet ihre Syllogismen nicht ausallem und jedem Zufälligen denn auch halbnnrrische Menschenhaben gewisse ihnen einleuchtende Vorstellungen, sondern sieihrerseits bildet ihre Syllogismen aus Dingen, die einer logischenErörterung bedürfen, während die Rhetorik es mit dem zu thun hat,was bereits im praktischen Leben Gegenstand der Beratung ist.12. Ihr Feld aber sind Dinge solcher Art, welche Gegenstandunserer Beratung sind und über die es keine systematische Wissen-schaft gibt; und ihre Zuhörer sind Leute, welche nicht im stände sind,vielerlei mit einem Blicke zusammenzufasscn, noch weitreichendeSchlußfolgerungen zu bilden. Beraten aber thun wir über solcheDinge, welche dem Anscheine nach sich so oder anders verhaltenkönnen. Denn über Dinge, die unmöglich anders geschehen seinoder sein oder sich verhalten können, berät niemand, der dieselbenso ansieht, denn dabei käme nichts heraus.

13. Schlüsse und Folgerungen lassen sich ziehen teils ausfrüher vorhandenen Schlüssen, teils aus Sätzen, die zwar nicht Re-sultat von Schlüssen sind, wohl aber der Schlußform bedürfen, weilsie nicht allgemeingiltige Voraussetzungen * sind. Was die erstereGattung anlangt, so wird es notwendig für die Zuhörer der Längewegen schwierig sein, ihnen zu folgen denn wir nehmen an, daßder, welcher entscheiden soll, ein schlichter Mann ist; die derzweiten Gattung dagegen werden nicht geeignet sein, Überzeugunghervorzubringen, weil ihre Voraussetzungen nicht geläufige und all-gemein angenommene Wahrheiten sind. Darum muß notwendigdas Enthymema und das Beispiel für Dinge angewendet werden,welche sich im allgemeinen auch anders verhalten können und

l. s. zu Kap. I, K II.